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Aus der Bredouille

Von Christina Böck

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Neuer Kulturminister, neues Glück, muss es für Karlheinz Essl heißen. Während unter Josef Ostermayer keine Einigung über die Zukunft der Unternehmer-Kunstsammlung erzielt wurde, verkündete dessen Nachfolger Thomas Drozda nun eine Lösung der Bredouille. Die Albertina wird die Sammlung Essl als Dauerleihgabe übernehmen. Die Transaktion wird vom Bund mit jährlich 1,1 Millionen Euro unterstützt, was nun auch eine Novelle des Bundesmuseengesetzes erfordert.

Das ist doch ein beträchtliches Commitment des Bundes, der sich vor nicht allzu langer Zeit gar sehr geziert hat, was ein Eingreifen in die Turbulenzen der Privatsammlung des Baumax-Gründers angeht. Auf großzügig angesetzte Subventionsforderungen von Essl (3 Millionen Euro) wurde damals von der zuständigen Sektion noch mit einem Förderbeitrag von 30.000 bis 40.000 Euro gekontert. Für Essl findet die holprige Suche nach der Versorgung seines Lebenswerks nun ein mehr als passables Ende in einem prominenten Bundesmuseum. Die an der österreichischen Kunst seit 1945 interessierte Öffentlichkeit muss auch nicht mehr bangen, dass wesentliche Werke im Depot verstauben oder als Filetstücke ins Ausland (China womöglich!) verkauft werden. Der größte Sieger des Deals ist freilich Klaus Albrecht Schröder, der nicht ohne Grund von einer "Sternstunde der Albertina" gesprochen hat. Nicht nur gelang es ihm, der Albertina eine kostbare Sammlung einzuverleiben, die er nun auch an andere Häuser verleihen kann.

Er hat auch erreicht, was seine Bundesmuseen-Direktorenkollegen anstreben: die begehrte Basisabgeltungserhöhung.