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Aus Not zu neuem Standard

Von Martyna Czarnowska

Politik

Zehn Jahre hat es gedauert, das Unfallkrankenhaus in Temesvar fertig zu stellen. Nun hat der Chirurg Johannes Poigenfürst sein Projekt - fast - zu Ende gebracht. Im Mai des kommenden Jahres wird die "Casa Austria" feierlich eröffnet. Damit erhält die Stadt eines der modernsten Spitäler Rumäniens.


Dass es nicht immer leicht sein wird, war ihm von Anfang an klar. Doch Johannes Poigenfürst wollte sich weder von bürokratischen Hürden noch von finanziellen Engpässen aufhalten lassen. "Natürlich war ich manchmal verzweifelt, weil ich nicht gewusst habe, wie es weitergeht", meint er.

Auch das "Schnorren", wie er es selbst nennt, war nicht unbedingt seine Sache. Mit Spendenaufrufen nach der rumänischen Revolution im Jahr 1989 begann es. Mit Werbeaktionen und Benefiz-Theaterspiel ging es weiter. Bis schließlich auch Unterstützung von der österreichischen Regierung kam.

Eine "schwere Geburt" war der Bau des Unfallkrankenhauses in Temesvar laut Poigenfürst dennoch nicht. Das Engagement der Beteiligten habe die Schwierigkeiten ausgeglichen.

Bis Ende des Vorjahres wurden von Privatpersonen, Firmen und Organisationen insgesamt 30 Millionen Schilling gesammelt - und verbaut. Knapp über 25 Millionen Schilling stellte die Regierung zur Verfügung. Fünf Millionen S an Spenden sowie 500.000 Euro vom Bund wurden zwar noch nicht verwendet, sind aber für die Innenausstattung bestimmt.

So konnte, in Zusammenarbeit mit der Caritas, ein Krankenhaus entstehen, "über das sich mancher österreichische Primar freuen würde", erklärte Poigenfürst bei einer Bilanzpressekonferenz. "Am Anfang wollten wir eine Notsituation verbessern", fügte Hans Früh hinzu, der als Architekt seit 1999 an dem Projekt beteiligt ist. "Jetzt wollen wir einen neuen Standard setzen."

Die "Casa Austria" wird zu den modernsten Spitälern Rumäniens zählen. Die zwei Krankenstationen umfassen 60 Betten, behandelt werden sollen dort neben Schwerverletzten auch Verbrennungsopfer. Ihre Zahl ist nach Angaben der dort tätigen ÄrztInnen weiterhin hoch.

Poigenfürst selbst wird in der "Casa Austria" anfangs beratend zur Verfügung stehen. Die Caritas Österreich möchte sich im kommenden Jahr aus dem Projekt zurückziehen. Das Spital wird den rumänischen Behörden übergeben. Zumindest bis dahin muss Poigenfürst aber weiter auf "Schnorr-Tour" bleiben.

Spenden erbeten unter Kennwort "Unfallkrankenhaus Temesvar", Erste Bank, BLZ 20.111, Konto-Nr: 04945069