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Ausgebrannt auf der Uni?

Von Andrea Katschthaler

Wissen

Stress kann auch für Studenten zum Problem werden. | Wien. Vorlesung, Lernen, Geld verdienen, und dann steht auch noch die große Knock-Out-Prüfung an - da wird manchen der Stress zu viel, oft ist auch von Burn-Out die Rede. "Stress ist bei Studenten sicherlich ernst zu nehmen", sagt der Psychiater Günther Possnigg.


"Ein lockeres Studentenleben ist immer seltener", so der Arzt, "viele sind sehr ehrgeizig und stehen zusätzlich unter finanziellem Druck. Und auch die Prüfungen werden immer schwieriger". Der Begriff Burn-Out werde allerdings inflationär verwendet. Von Burn-Out sprechen könne man erst, wenn mehrere Kriterien erfüllt sind:

* Intensive emotionale Erschöpfung: Man ist nicht mehr in der Lage, Gefühle zu erleben, einem ist alles egal.

* Eine auf andere Menschen bezogene Distanziertheit, die als Zynismus empfunden werden kann.

* Ein Nachlassen der Leistungsfähigkeit.

Burn-Out "kommt auch bei Studenten vor", so Possnigg, "allerdings nicht so häufig wie im Arbeitsleben". Die Auslöser für das Burn-Out-Syndrom können mannigfaltig sein. Während bei Arbeitenden ein Kontrollverlust am Arbeitsplatz das Problem sein kann, leiden Studenten eher darunter, dass sie das Ziel ihrer Mühen aus den Augen verloren haben.

Generation No-Future

Possnigg: "Gerade Studenten sehen manchmal den Sinn ihrer Arbeit nicht mehr, und die Aussichten auf die Zeit nach dem Studium machen ihnen Angst".

Auch das verstärkte Konkurrenzverhalten - "vor allem im Medizinstudium" - und die Doppelbelastung vieler Studenten durch Uni und Job tragen zu Stress und Burn-Out bei. Aber was soll man tun, wenn man das Gefühl hat, "auszubrennen"? Man muss nicht gleich in Behandlung, laut Possnigg kann man auch viel selber machen: "Erst mal das Konkurrenzdenken reduzieren und kleine Arbeitsgruppen bilden - Aktivitäten, die entspannen, ernst nehmen: Sport betreiben, Freunde treffen."

Weil Burn-Out ein Zeichen für sehr hohes Engagement bei der Arbeit ist, sei eine Änderung der Arbeitseinstellung angebracht. "Wer gleich etwas tut, kann vielleicht ein späteres Burn-Out im Job verhindern", sagt Possnigg.

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Erstinfo zum Thema:

www.burnoutnet.at

Kostenlose Beratung:

www.studentenberatung.at *