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Außer Kontrolle geratene Emotionen

Von Tamara Arthofer

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Tamara Arthofer
Tamara Arthofer ist Sport-Ressortleiterin.

Hier ein Formel-1-Fahrer, der rund um den Grand Prix von Mexiko am Sonntag im gepanzerten Wagen vorfährt, von einer Polizeieskorte und Bodyguards bewacht wird, dort ein Fußballteam, das inkognito zu seinem Auswärtsspiel anreist: Freilich, die Fälle von Esteban Ocon, der sich mit seinem Force-India-Teamkollegen Sergio Pérez hitzige Duelle geliefert hat, weswegen sich das Team gezwungen sieht, eine ansonsten eher verpönte Stallorder auszugeben, und Fans sich nicht erblöden, Morddrohungen auszusprechen, und Real Madrid, das beim Spiel im katalonischen Girona um seine Sicherheit besorgt ist, haben andere Hintergründe. Dennoch zeigen sie wieder einmal, wie schnell außer Kontrolle geratene Emotionen auf den Sport projiziert werden. Und manche Akteure tun das Ihre, die Situation zu verschärfen - etwa wenn Max Verstappen Rennkommissäre vor laufender Kamera "mongoloid" nennt. Mittlerweile hat sich Verstappen entschuldigt, sind auch Ocon und Pérez um Beschwichtigung bemüht. Manchmal täte es aber gut, schon vor etwaigen Ausritten innezuhalten. Denn dass auch der Sport vor tatsächlichen Tragödien nicht gefeit ist, zeigt etwa das Beispiel von Moto2-Teammanager Stefan Kiefer, der in der Nacht auf Freitag überraschend verstorben ist. Für den Schweizer Fahrer Dominique Aegerter ist es der nächste Schock, den er in seiner Karriere erlebt. 2009 war sein damaliger Teamkollege Shoya Tomizawa nach einem schweren Unfall verstorben. Weder Aegerter noch sein britischer Teamkollege Tarran Mackenzie werden in Sepang an den Start gehen, aus Respekt vor der Familie Kiefers verzichtet der gleichnamige Rennstall auf ein Antreten.

Bleibt zu hoffen, dass überall dort, wo gefahren oder gespielt wird, der Sport am Wort ist.