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Australien legt sich mit Google an

Von Bernhard Baumgartner

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Die Medien erleben in der derzeitigen Krise gleich zwei Effekte, die massiv Druck aufbauen. Einerseits brechen vielen klassischen aber auch Online-Medien die Werbeaufträge weg. Klar, wenn Geschäfte und Unternehmen ihren Betrieb einstellen müssen, wird man auch nicht dafür werben. Das führt ganz zwangsläufig dazu, dass Medien Sparmaßnahmen setzen müssen. Viele schicken ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit, manche müssen sogar abbauen. Zugleich besteht allerdings ein ganz enormer Bedarf an klassischem, gutem Journalismus.

Wer wenn nicht erfahrene journalistische Profis ist gefragt, wenn es darum geht, die Wahrheit von Fake News zu trennen. Die Zugriffszahlen sind nicht nur gestiegen, sie haben sich bei viele Produkten vervielfacht. Das ist ein Dilemma und stellt die Frage der alternativen Finanzierung nur umso deutlicher. In Australien sollen die US-Onlineriesen Google und Facebook künftig für die Verbreitung journalistischer Inhalte bezahlen: Der australische Finanzminister Josh Frydenberg kündigte am Montag eine verpflichtende Regelung an, wonach die US-Unternehmen den australischen Medienhäusern Nutzungsgebühren zahlen müssen.

So soll ein Teil der Werbeeinnahmen von Google und Facebook an die klassischen Medien weitergeleitet werden. Das hat man freilich in Europa auch schon versucht, allerdings national und zu wenig koordiniert. Ob Google und Co. nun lieber auf einen ganzen Kontinent verzichten wollen, als Erlöse zu teilen, bleibt fraglich. Krise hin oder her.