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Autokäufern vergeht die Diesel-Lust

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Kostenvorteil weg. | Zu wenig Modelle mit Partikelfilter. | Wien. Die Begeisterung der österreichischen Autokäufer für Dieselmotoren lässt immer mehr nach: Im September 2004 waren noch mehr als 70% aller neu zugelassenen Pkw mit Selbstzündertriebwerken ausgestattet, heuer im September sind von den 25.375 verkauften Personenwagen nur mehr 62,9 Prozent Dieselfahrzeuge.


Die Ursachen für die herben Marktanteilsverluste beim Diesel liegen für Branchenexperten auf der Hand: Der Preis für Dieseltreibstoff ist noch rasanter gestiegen als der für Benzin - der einstige, zumindest für Vielfahrer berechenbare Kostenvorteil ist dahin. Und: Seit Juli ist der Rußpartikelfilter vorgeschrieben - mit entsprechendem Bonus oder Malus bei der Steuer. Einige Hersteller können den Filter aber immer noch erst für wenige Modelle anbieten. Wer ihn nicht hat, bei dem bleiben die Autos auf dem Lager stehen, während andererseits etwa Partikelfilterpionier Peugeot im September erstmals auf mehr als 8 Prozent Marktanteil zulegte.

Insgesamt wurden in Österreich im September um 1,1 Prozent mehr Autos verkauft als im Vergleichsmonat des Vorjahres, nach den ersten drei Quartalen errechnet sich ein kleiner Zuwachs von 0,14 Prozent auf 244.275 Stück, so der Branchenspezialist eurotax-Glasss.

Volkswagen wieder auf der Überholspur

Unter den wichtigsten Pkw-Marken konnte der Marktführer VW wieder mit einem Zuwachs von 16,8 Prozent punkten - vor allem die neuen Modelle Passat und Polo schlugen ein. In der Eurotax-Glasss Hitparade der Top-50-Autos führt trotz Einbußen auch heuer nach neun Monaten der VW Golf mit 15.765 Stück unangefochten, seine nächsten Verfolger sind der Opel Astra (8.948 Stück) und der Ford Focus (7.378).

Automarkt in Europa erholt sich weiter

Zahlreiche neue Modelle sowie Preisnachlässe haben den Automobilmarkt in Europa im September weiter wachsen lassen. In den 23 EU-Ländern - außer Malta und Zypern - und den drei Efta-Staaten Norwegen, Island und Schweiz - sei die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im September um 1,9 Prozent auf gut 1,439.00 gestiegen, teilte die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (Acea) am Donnerstag in Brüssel mit. Nach dem deutlichen Wachstum von 7,5 Prozent im August konnten die Autohersteller in Europa damit trotz höherer Kraftstoff-Preise auch im vergangenen Monat mehr verkaufen und mit dem "stärksten September aller Zeiten" das Minus vom ersten Halbjahr wett machen. In den ersten neun Monaten wurden in Europa 11,808.465 Pkw zugelassen - nur 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bei den Zuwachsraten hatten wiederum die Asiaten die Nase vorne: So verzeichnete die südkoreanische Kia Motors in Europa einen Sprung von knapp 40 Prozent zum Vorjahr, Nissan legte 31 Prozent zu.

Aber auch die deutschen Autobauer VW, DaimlerChrysler und vor allem BMW präsentierten sich stärker als der Gesamtmarkt, Einbußen gab es für Fiat und Renault.