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BA-CA steht kurz vor Start der Börsennotiz in Warschau

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Polen ist für die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) der wichtigste Markt innerhalb der Länder Zentral- und Osteuropas geworden. In wenigen Tagen wird die BA-CA-Aktie, die seit dem 9. Juli dieses Jahres wieder in Wien notiert, auch an der Warschauer Börse gelistet sein.


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"In den nächsten zwei Wochen" werde es mit dem Doppellisting so weit sein, hieß es am Wochenende in einer Pressekonferenz der BA-CA in Semmering. Am 8. Oktober soll die Aktie in einer lokalen Road Show institutionellen Investoren (Pensionsfonds etc.) schmackhaft gemacht werden.

Die BA-CA sieht in Polen nicht nur einen Turnaround auf der makroökonomischen Seite. Auch die Tochter BPH PBK hat die Wende geschafft und sich im Privatkundengeschäft eine starke Basis aufgebaut. So ist das Institut, das 534 Filialen in ganz Polen betreibt und 11.700 Mitarbeiter beschäftigt, im Hypothekarkreditgeschäft mit einem Marktanteil von 16,3% die Nummer 2. Im Kreditkartengeschäft gelang der BPH PBK der Sprung von quasi Null auf 55.000 ausgegebene Karten, berichtete Friedrich Kadrnoska, stellvertretender BA-CA-Vorstandsvorsitzender. Aus den derzeit 2,8 Millionen Privatkunden sollen bis 2005 rund 3,2 Millionen werden. Die Kosten werden weiter reduziert: 2005 soll in der polnischen Bank das Verhältnis der Kosten zum Ertrag - die Cost/Income-Ratio - unter 55% liegen. Derzeit sind es 67%.

Die BA-CA sieht die EU-Erweiterung als große Chance für weiteres Wachstum. Vom Erlös des Börsegangs in Höhe von 1 Mrd. Euro wurde bereits die Hälfte für Polen und ein paar kleinere Akquisitionen verbraucht, sagte BA-CA-Chef Karl Samstag. Es bleiben 500 Mill. Euro, die für die weitere Expansion in den CEE-Ländern verwendet werden. Es soll auch weitere Zukäufe geben, aber "nicht um jeden Preis", so Samstag. Dass die BA-CA in Ungarn bei der Privatisierung der Postabank - sie ging um 399,4 Mill. Euro an die Erste Bank - nicht zum Zug gekommen ist, stört Samstag nicht weiter: "Es wird dort andere Möglichkeiten geben."

Britische Leasingtochter an Fortis-Gruppe verkauft

Getrennt hat sich die BA-CA von ihrer britischen Leasing-Gesellschaft BA-CA Asset Finance Ltd. mit Sitz in Glasgow. Sie wurde für 37,5 Mill. Euro (26 Mill. Pfund) an die Fortis-Lease-Gruppe des belgischen Finanzkonzerns Fortis verkauft, die auch alle 57 Mitarbeiter übernahm. Für die BA-CA ist der Verkauf Teil der Unternehmensstrategie, sich auf das Wachstum in Zentral- und Osteuropa zu konzentrieren.