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Bachs "Wassermusik"

Von Manfred A. Schmid

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Am 28. Juli jährt sich zum 250. Mal der Todestag des Leipziger Thomas-Kantors. Wenn uns Radio und Fernsehen in den nächsten Wochen mit Leben und Werk dieses unglaublich produktiven Komponisten vertraut machen werden, wird gewiss so manche Rarität darunter sein. Mit einer ganz besonderen hatte Österreich 1 bereits am Sonntag aufzuwarten: In "Kunstradio - Radiokunst" um 23 Uhr stand ein "Kammerkonzert für sechs Wasserschüsseln und zwei Computer" auf dem Programm. In sechs bis zur Hälfte mit Wasser gefüllten Glasschüsseln wurde von sechs Sängerinnen und Sängern mit eigens dafür angefertigten Blasrohren der Schlusschoral aus der "Johannespassion" geatmet bzw. gesungen und elektronisch bearbeitet.

Nach diversen Verjazzungen und Kuschelklassik-Bearbeitungen hat die Musik auch dieses Prozedere erstaunlich gut überstanden. Der Bach muss bekanntlich fließen, und eigentlich sollte er ja überhaupt "Meer" heißen. Diesmal haben die beiden Soundkünstler Gue Schmidt und Fritz Fro es wortwörtlich genommen und eine Bachsche "Wassermusik" kreiert.

Wer es aber lieber konventionell will, der sollte in das kleine Dorf Stelzen an der sächsisch-thüringischen Grenze reisen. Auf der so genannten "Bachwiese" können Musikfreunde bis 23. Juli alle Werke des Meisters rund um die Uhr in CD-Qualität hören. Das Geschehen kann zum Glück aber auch im Internet verfolgt werden: unter www.bachwerk.de sind auch Sie dabei.