Zum Hauptinhalt springen

Bank gerettet, Kunde tot?

Von Hermann Sileitsch

Kommentare

Irgendwo muss ein Loch sein, in dem Kreditflüsse versickern: Eine Kreditklemme gebe es nicht, behaupten die Chefs der Geldinstitute durch die Bank. Von Raiffeisen über Bank Austria bis zu Sparkassen und Volksbanken - alle verweisen auf steigende Kreditsummen und halten´s ganz mit Heraklit: "Alles fließt."


Stimmt nicht, ist von Unternehmern zu hören, die Schwierigkeiten haben, Zugang zu Finanzierungen zu erhalten. Mit bösen Folgen: Damit müssen geplante Investitionen unterbleiben - das Wachstum wird abgewürgt. Im noch ungünstigeren Fall können sich Liquiditätsengpässe zu existenziellen Sorgen auswachsen: "Wenn mir ein kleines Institut absagt, kann ich noch beim Mitbewerber anklopfen und hoffen. Wenn mir eine Großbank absagt, muss ich Zahlungsunfähigkeit melden." In Österreich ist bekanntermaßen seit Jahren die brüchige Eigenkapitaldecke ein Manko vieler Klein- und Mittelbetriebe. Die Banken behaupten, nur für bonitätsschwache Kunden werde es enger - wenn die Institute aber unzumutbare Sicherheiten und Preise verlangen, laufe das ebenso auf eine Kreditverweigerung hinaus, argumentieren Wirtschaftstreibende.

Wird das Bankenpaket Abhilfe schaffen und Kredite einfacher verfügbar machen? Wir wissen es (noch) nicht. Die Clearingbank, die die Geschäfte zwischen den Banken ankurbeln soll, hat immerhin ihre Tätigkeit aufgenommen. Die übrigen Maßnahmen sind, obwohl sie schon am 13. Oktober präsentiert wurden, immer noch nicht umgesetzt: Die Verhandlungen mit der EU-Kommission stocken. Hoffentlich laufen die staatlichen Garantien und Geldspritzen nicht darauf hinaus, dass es am Ende heißt: Banken gerettet, Kunden tot...