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Banken sollen für Griechen mehr zahlen

Von Reinhard Göweil aus Brüssel

Wirtschaft

Deutschlands Kanzlerin Merkel: "Die Zeit drängt."


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Auf die europäischen Banken kommt ein ziemlicher Brocken zu. Einerseits sollen sie ihre Kapitalpolster auffüllen, andererseits müssen sie sich bei Griechenland auf größere Ausfälle vorbereiten. Nach einem Plan des internationalen Währungsfonds und – wie informell zu hören war – der EU-Kommission soll die private Beteiligung der Banken an der Sanierung des Landes deutlich steigen. Bisher war von einer freiwilligen Beteiligung des Bankensektors in Höhe von 21 Prozent der ausstehenden Griechenland-Kredite die Rede. Die koste die Banken bis zu 57 Milliarden Euro, sagte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann kürzlich in Washington.

Nun soll dieses Volumen ausgeweitet werden, sagte der Chef der Europa-Abteilung des Währungsfonds, Antonio Borges. In der EU-Kommission in Brüssel werden solche Pläne inoffiziell bestätigt.

Dafür kann sich der Internationale Währungsfonds vorstellen, dem Euro-Rettungsschirm unter die Arme zu greifen, und Anleihen von Spanien und Italien zu kaufen. So soll die Krise um Europa beruhigt werden. Der Währungsfonds verfügt über eine Schlagkraft von 750 Milliarden Dollar, dazu kommen die 440 Milliarden Euro des Rettungsschirms. "Deutschland steht zur Bankenkapitalisierung bereit. Die Zeit drängt", sagte Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel.