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Barbie-TV statt Komasaufen

Von Katharina Schmidt

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Was gibt es Schöneres als die Fußball-WM? Komasaufen und Rumknutschen mit Molti, Pichler, Spotzl und Co. natürlich. In der Reihe "Saturday Night Fever" hat ATV Teenager bei ihrer fragwürdigen Freizeitgestaltung begleitet - Liebesdramen und Orgien in diversen Nachtklubs inklusive.


Damit ist nun Schluss: Die letzte Folge wurde am Dienstag ausgestrahlt, Fans des gepflegten Voyeurismus wurde gleich im Anschluss daran mit "Saturday Night Fever - Die Clique" ein Spin Off der Erfolgsserie vorgesetzt.

Nun reichen Spin Offs prinzipiell selten an das Original heran - "Die Clique" ist jedoch an Sinnlosigkeit kaum mehr zu übertreffen. Denn ATV versucht, das Niveau zu steigern. "Die Clique", das sind Mia, Lena, Laura, Amelie und Heidi - schon an den Namen erkennt man, dass Typen wie Kevin und Schacki (sic!) ausgedient haben. Auch auf süffisante Sprecher-Kommentare wird verzichtet. Stattdessen darf Lena mit ihrem elfengleichen Stimmchen durch die Sendung führen. Da erfährt man, dass sie jetzt ihren Führerschein macht und deswegen die ganze Clique aus Solidarität früher aus der Nobeldisko abrauscht. Doch mit der Solidarität ist es vorbei, als Laura Mia beim Reiten (für die Bikini-Figur muss man schließlich Sport treiben, auch wenn einige Mädels uuuuur Angst vor Pferden haben) gesteht, dass sie in Mias Ex-Freund verliebt ist. Alles wird erst wieder gut, als sich Laura bei Mia entschuldigt.

ATV will mit "Die Clique" zwanghaft beweisen, dass es die Barbiepuppen aus den noblen Wiener Bezirken noch gibt, die Louis-Vuitton-Täschchen und Zickenterror dem Komasaufen vorziehen. Das Resultat ist eine alle Klischees bedienende Mischung aus "Himmlische Familie" und Kinderprogramm. Barbie-TV eben.