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Bares Geld vom Radio

Von Mathias Ziegler

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Es ist ja schön, dass die Radiostationen auch in der Krise noch Geld zu verschenken haben. Auch wenn mitunter angeblich die eigenen Angestellten leiden. Wie bei Kronehit: Dort heißt es nämlich: "Wenn ich nicht in der nächsten Stunde elf (oder auch dreizehn, je nachdem) Songs spiele, kassierst du mein Gehalt." Dass die Moderatoren tatsächlich eine absolute Nulllohnrunde erleiden müssen, diese Sorge muss man sich freilich nicht machen. Gewonnen haben dabei aber tatsächlich schon Hörer (wenngleich zum Beispiel dank eines Geisterfahrers, der so oft gemeldet werden musste, dass sich einfach die nötige Zahl an Liedern nicht ausging).


Im Radio wird bei Gewinnspielen also noch nicht geschummelt, wie man es von manchen dubiosen Quizshows kennt, die nachts über den TV-Äther flimmern. Nur hin und wieder greifen die Radiomoderatoren bei der Ankündigung daneben. So wie neulich in einer Morgenshow, wo die jugendlichen Zuhörer aufgefordert wurden: "Lass dich nicht mit dem billigen Kinderpunsch abspeisen, sondern leiste dir den Turbopunsch! Bei uns gewinnst du das Geld dafür." (Der exakte Wortlaut mag ein wenig abgewichen sein, die Botschaft war aber diese). Nach dieser eindeutigen Anleitung zum Besäufnis am Punschstand schaltete ich das Autoradio um - und wie um dem Fass die Krone aufzusetzen, erwischte ich einen Sender, der gerade den neuen Anti-Alkofahrer-Werbespot des Gesundheitsministeriums ausstrahlte. Es gibt halt Momente im Leben, da ist die unfreiwillige Ironie dermaßen gut inszeniert, dass selbst ein Shakespeare vor Neid erblassen würde.