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Bargeld für Gewichtsverlust

Von Eva Stanzl

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Wer sich sonst nicht mehr zu helfen weiß, winkt mit dem Geldschein. In Großbritannien hat sich die Zahl der Darmoperationen gegen Fettleibigkeit seit 2000 verzehnfacht. Die britische Krankenkasse NHS erwägt daher Anreize ähnlich dem Bonus-Malus-System in der KFZ-Versicherung: Sie will Übergewichtige dafür entlohnen, abzunehmen. In Pilotstudien bekamen etwa Schwangere, die das Rauchen unterließen, wöchentlich Supermarkt-Gutscheine und erhielten Übergewichtige fürs Abnehmen bis zu 400 Pfund in bar.


Die Idee könnte Schule machen. Jeder zweite Mensch in den 33 OECD-Staaten wiegt zu viel. Zwar ist fraglich, wie sinnvoll ein Bonus fürs Abnehmen ist, wenn das Fett bereits zur Sucht geworden ist: Die 300 Testpersonen verloren binnen zwölf Monaten im Schnitt nur fünf Prozent ihres Gewichts. Früher anzusetzen wäre also wohl zielführender. Der Veranstalter des Vienna-City-Marathon, Wolfgang Konrad, der 2004 einen Steuer-Absatzbetrag für Ausdauersportler forderte, könnte doch noch recht bekommen. Auch die Mitgliedsbeiträge für Fitnesscenter könnten von der Steuer befreit oder sogar zurückverdient werden - sobald man beim Marathon mitrennt.

Sinnvoller als alles andere wäre es jedoch, Geschmacksverstärker, die bereits Ungeborene im Mutterleib süchtig machen, rigoros zu verbieten. Dann könnte nämlich das natürliche Hunger-Sättigungssystem wieder normal arbeiten.