Zum Hauptinhalt springen

Barrierefrei bis ins kleinste Detail

Von Doris Griesser

Politik

Das steirische Bildungshaus Retzhof leistet Pionierarbeit.


Graz. Der geplante Neubau des Gästehauses für das steirische Volksbildungsheim Retzhof hat hohe Vorgaben: Er muss kostengünstig sein, ökologisch und vor allem möglichst behindertenfreundlich.

"Da wir auch unseren körperlich und mental eingeschränkten Gästen höchsten Komfort bieten wollen, brauchen wir beispielsweise einen optimalen Zugang für Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte, Leitsysteme für Seh- oder Weckfunktionen für Hörbehinderte", erklärt Retzhof-Direktor Joachim Gruber. Wohl eine spannende Herausforderung für Architekten, es wurden 75 Projekte eingereicht. Die Wahl fiel auf den Entwurf des Grazer Architekten Ferdinand Certov. Der Spatenstich für das erste umfassend barrierefreie Bildungshaus im deutschsprachigen Raum ist für Anfang 2008 geplant.

Bedürfnisse der

Menschen ernst nehmen

Selbstverständlich werden auch die Seminarräume im Haupthaus entsprechend adaptiert, was sich in dem alten Schloss wohl nicht ganz einfach gestalten wird. "Wir lassen uns davon aber nicht abschrecken, vereinzelte bauliche Alibi-einrichtungen für Behinderte - wie in vielen öffentlichen Gebäuden - interessieren uns nicht. Wir nehmen die Bedürfnisse dieser Menschen ernst", betont Gruber. Wie diese aus Sicht der Behinderten aussehen, soll nun anhand einer Studie erhoben werden.