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Bartoszewski gegen Zögern bei der EU-Osterweiterung

Von Dominik Gries

Europaarchiv

Der polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski spricht sich strikt gegen eine Verzögerung der EU-Osterweiterung aus. Bei einem Vortrag im Wiener Haus der Industrie sagte der Politiker dieser Tage, das Schicksal jener, die die Zeichen der Zeit übersehen hätten, sei schwierig. Die VP-Delegationsleiterin im Europaparlament, Ursula Stenzel, warnte ebenso vor einer Verzögerung der Erweiterung.


Der Beitritt Polens zur Union sei "gezwungenermaßen" ein Anpassungsprozess, meinte Bartoszewski. Polen wolle diese Anpassung, könne und werde sie auch umsetzen. Die Frage der europäischen Integration sei das Tempo.

"Eine Aufschiebung des Beitritts würde bei uns eine heftigere Reaktion hervorrufen als in der Union selbst". Das offen stehende "window of opportunity" könne jederzeit geschlossen sein, sagte der Politiker.

In Zusammenhang mit der Diskussion über befürchtete Migrationsbewegungen nach dem Beitritt wies Bartoszewski darauf hin, dass die Wanderungsbilanz Polens seit zwei Jahren positiv sei. Es sei unfair, die Menschen über die Erweiterung entscheiden zu lassen, ohne sie vollständig zu informieren. Bei ausreichendem Informationsstand "können wir der Entscheidung jedenfalls gelassen entgegen sehen", so Bartoszewski wörtlich.

Der Weg Polens in die EU führe jedenfalls über Mitteleuropa. Sein Land könne nur ein wichtiges Mitglied in der Union sein, wenn es auch in der Region verankert sei. Eine Partnerschaft der Länder der Region sei der "Keim für eine solide regionale Zusammenarbeit nach dem Beitritt". Noch sei sein Land allerdings noch immer "unentdeckt" - auch von einem Großteil Österreichs.

Europaparlamentarierin Ursula Stenzel (VP) bekräftigte bei der Veranstaltung ihr Ja zur Osterweiterung. Eine Verzögerung wäre "fatal", könnte zu einer zweiten Teilung Europas führen und würde Österreich politisch und wirtschaftlich schaden. Was man brauche, seien Verbündete in der Region - und "Mut zur Größe".