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Baubranche klagt trotz rosiger Lage

Von Veronika Gasser

Wirtschaft

Die Bauindustrie jammert, dabei hat sie keinen Grund zur Klage. Die Auftragslage ist so gut wie lange nicht, und erstmals seit den 90er Jahren gab es im April einen Beschäftigungszuwachs von 0,3% auf 243.312 Arbeitnehmer, bestätigte Horst Pöchhacker, Chef des heimischen Baukonzerns Porr.


Pöchhacker spricht sogar von einem steilen Anstieg der Bauinvestitionen. "Die Bauproduktion der letzten Zeit ist enorm", hob er am Freitag vor Journalisten hervor. Doch das reicht dem Präsidenten der Bauindustrie nicht, er moniert bürokratische Hemmschuhe und die unzureichende Bereitschaft der öffentlichen Hand, Geld in die Infrastruktur zu pumpen, um das Wachstum anzukurbeln. Grund für die Unzufriedenheit ist der von Pöchhacker mehrfach beklagte "gigantische Nachholbedarf bei der Infrastruktur". Dass es noch keine annehmbare Verbindung nach Bratislava gibt, bezeichnet er als Skandal. Auch habe der Generalverkehrsplan von 2001 die Osterweiterung keineswegs berücksichtigt.

Um an das Geld für die Straßen- und Bahnverbindungen zu kommen, schlägt der Porr-Chef die rasche Einführung der Pkw-Maut vor. Dabei kann er sich einen Seitenhieb in Richtung Politik nicht verkneifen: "Da müsste aber zuvor die politische Feigheit abgeworfen werden."

Mehr Engagement seitens der Politik erwartet Pöchhacker sich auch in puncto Sozialbetrug am Bau. "Der Schwarzmarkt gehört ausgetrocknet. Ich AGs und Scheinfirmen sind hochkriminell." Dringend notwendig wäre die Anmeldepflicht vor Arbeitsantritt, nur so seien Kontrollen erfolgreich durchzuführen. Auch kann er sich vorstellen, dass der Generalunternehmer für die Einhebung der Sozialabgaben verantwortlich ist, dafür müsste es im Gegenzug zusätzliche Rechte geben.