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Bauholding bleibt auf Wachstumskurs

Von Helmut Dité

Wirtschaft

Fast ein bisschen zu vorsichtig ist Hans Peter Haselsteiner im Vorjahr mit seiner Prognose gewesen, "die Bäume werden schon nicht in den Himmel wachsen". Freitag präsentierte er für seinen Bauholding-Strabag-Konzern die Bilanz 2004 - mit soliden Zuwächsen bei Bauleistung und Ergebnis insgesamt, mit teils fulminanten Zuwächsen in Mittel- und Osteuropa und mit dem Ausblick auf einen gehörigen weiteren Wachstumsschub im heurigen Jahr.


Der Konzern rund um die Bauholding Strabag wird nach der Übernahme von Teilen der insolventen deutschen Walter Bau heuer um gut 30% auf eine Umsatzgröße von knapp 7,8 Mrd. Euro wachsen - halbe halbe jeweils durch Übernahmen und durch "normales" organisches Wachstum. Der Auftragspolster des Baukonzerns mit europaweit mehr als 33.000 Mitarbeitern lag Ende 2004 bei knapp 5 Mrd. Euro - und damit um gut ein Drittel höher als ein Jahr zuvor.

Am expansivsten haben sich die Neuaufträge in Ostmitteleuropa entwickelt: Allein in Ungarn standen Ende 2004 mehr als 500 Mio. Euro mehr an Aufträgen in den Büchern als ein Jahr davor. Auch in Polen, Tschechien und der Slowakei laufen die Geschäfte gut. Etwas mehr Aufträge als bisher gibt es sogar in Deutschland, wo Haselsteiner vor allem beim Straßenbau und der Infrastruktur optimistisch ist.

Sollte die Bauholding Strabag die Mehrheit am Stuttgarter Bauunternehmen Züblin erwerben können, würden in der Bilanz zusätzlich etwa 750 Mio. Euro Umsatz und 1.500 Mitarbeiter auftauchen. Die Chancen, bald zuschlagen zu können, stünden nach dem Rückzieher des Mit-Interessenten HochTief "besser als 50%". Nach Inlandsumsatz ist man aber auch ohne Züblin, - für die man bestenfalls noch einen symbolischen Preisaufschlag konzedieren würde - Deutschlands Bauunternehmen Nummer 1.

Die bald kommende nächste Tranche der Unternehmensanleihe soll 75 statt wie bisher 50 Mio. Euro ausmachen, die Eigenkapitalquote von derzeit 22% werde durch die höhere Finanzierungslast um höchstens einen Prozentpunkt sinken, schätzt Haselsteiner. Nach Walter Bau bzw. Züblin werde der Konzern "in Sachen Akquisitionen eher eine kleine Pause einlegen".

Im komplizierten Streit rund um die Erteilung des Bauauftrags für das Klagenfurter EM-Stadion wird man weiter alle Rechtsmittel ausschöpfen: "Es ist völlig indiskutabel, dass hier ein rechtsfreier Raum entsteht", sagte Haselsteiner. Trotz des deswegen eher gespannten Verhältnisses zu Porr sei aber eine Kooperation mit der österreichischen Nummer 2 für den Bau der Nordautobahn nicht auszuschließen. Dass die Nordautobahn, wie kürzlich befürchtet, in Mistelbach enden wird, glaubt er nicht.