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Bäumchen für österreichische Schule in Mexiko

Von Petra Tempfer

Politik

Insgesamt siebente Auslandsschule. | RH-Kritik: Geringe Kuturdurchmischung. | Wien. Derzeit ist es erst ein Bäumchen am Rande der mexikanischen Stadt Querétaro. Schon im Herbst 2011 soll an derselben Stelle eine Volksschule stehen, in der österreichische und mexikanische Kinder unterrichtet werden. Konkret wird es die siebente österreichische Auslandsschule (ÖAS) sein, deren Grundstein soeben von Unterrichtsministerin Claudia Schmied und dem mexikanischen Bildungsminister Alonso Lujambio Irazábal gelegt und für die als Symbol ein Bäumchen gepflanzt worden ist.


Die Volksschule, die mit etwa sechs Klassen starten wird, wird die erste ihrer Art in Nordamerika sein. Die allererste ÖAS - das St. Georgs-Kolleg - wurde 1882 in Istanbul gegründet. Ein Gymnasium in Prag, zwei Primar- und Sekundarschulen in Budapest sowie eine Höhere Technische Schule im albanischen Shkodra folgten. Eine weitere Auslandsschule in Liechtenstein ist geplant. Die derzeit größte ÖAS befindet sich in Guatemala City. Sie formt sich aus einer Primar- und Sekundarschule und beherbergt 1800 Schüler.

Insgesamt besuchen 3300 Kinder eine ÖAS, die von 120 Pädagogen aus Österreich und Lehrern des Heimatlandes zweisprachig nach einer Kombination aus dem österreichischen und dem Lehrplan des Landes unterrichtet werden: Die Schüler können zwei Schulabschlüsse erwerben.

Die Tatsache, dass die Österreicher unter den Schülern in der Minderheit sind, dadurch kein Austausch der Kulturen stattfinde und das Ziel somit verfehlt werde, wurde 2008 vom Rechnungshof (RH) scharf kritisiert. "Für das österreichische Auslandsschulwesen fehlte ein umfassendes Konzept, das eine (...) effiziente Ressourcensteuerung (...) erlaubt hätte. Immerhin entsprachen die dafür aufgewendeten Ausgaben (18,83 Millionen Euro im Jahr 2006) jenen für den durchschnittlichen Betrieb fünf allgemein bildender höherer Schulen (.. .) im Inland", heißt es in dem der "Wiener Zeitung" vorliegenden Bericht.

Bund bezahlt Lehrer

"Diesem Vorwurf sind wir nachgekommen", stellt Sigrid Wilhelm, Sprecherin von Unterrichtsministerin Claudia Schmied, klar. Der Standort der neuen Schule in Mexiko sei bewusst gewählt worden, weil hier viele österreichische und europäische Firmen ihren Sitz haben und daher Österreicher mit Familie hier leben. "Die Ergebnisse der neuen Überprüfung 2010 liegen noch nicht vor", meint dazu Doris Grabherr vom RH.

Die Kosten für Österreich errechnen sich unter anderem aus den Gehältern für die ÖAS-Lehrer, die laut Wilhelm vom Bund bezahlt werden. Das Gleiche gelte für Lehrer, die an einer deutschen Schule im Ausland, einer europäischen oder bilingualen Schule in den Nachbarstaaten unterrichten. Auch für die Übersiedlungskosten, Auslandszulagen und einen Teil der Mieten kommt der Bund auf. Allerdings dürfen sämtliche Lehrer maximal sechs Jahre lang im Ausland unterrichten.

Die Pädagogen des Landes werden vom Träger der Schule - Orden oder Stiftungen - bezahlt. Österreich ist zuständig, wenn es um Anschubfinanzierungen für die Schul-Errichtung geht. "Einige Schulgebäude bestehen bereits und müssen nur noch adaptiert werden", präzisiert Wilhelm.

Ein Kindergarten bildete einst den Grundstein für die "Escuela Ottakring", eine Schule in Nicaragua, in der 920 Kinder nur von nicaraguanischen Lehrern unterrichtet werden. Wien-Ottakring half vor 22 Jahren bei der Startfinanzierung und seitdem mit laut Mitorganisator Gerhard Oblasser 5000 Euro jährlich. "Für uns ein Klacks, der die Schule am Leben erhält."