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BAWAG/P.S.K.-Gruppe erwartet ab 2005 volle Synergieeffekte

Von Rosa Eder

Wirtschaft

Das operative Ergebnis der BAWAG/P.S.K.-Gruppe - die BAWAG hat die P.S.K. im Herbst 2000 um 1,28 Mrd. Euro erworben - war im Geschäftsjahr 2001 mit Refinanzierungskosten in Höhe von 50 Mill. Euro belastet. Die Synergieeffekte aus dem Zusammenschluss beider Banken entstünden erst in den Folgejahren, sagte Konzernchef Helmut Elsner am Dienstagabend in der Bilanzpressekonferenz.


Spätestens 2005 sollten die Synergien aber voll durchschlagen und eine Verbesserung der Cost/Income-Ratio auf 60% (2001: 69%) möglich machen. Elsner bezifferte die erwarteten Synergien ab 2005 mit 100 Mill. Euro pro Jahr. Beim ROE (Return on Equity = Eigenkapitalrentabilität) setzt man sich im Konzern keine Obergrenze. Zuletzt lag diese Kennziffer bei 10,5%, Elsner will "so viel wie möglich" erreichen.

Die BAWAG/P.S.K.Gruppe hat 2001 erstmals nach IAS bilanziert. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde die mit 1. Dezember 2000 übernommene P.S.K. zur besseren Vergleichbarkeit Pro Forma für das ganze Jahr 2000 konsolidiert. Bei einer Bilanzsumme von 47,9 Mrd. Euro (plus 4,8%) erhöhte sich der Jahresüberschuss der Gruppe vor Steuern um 21% auf 131 Mill. Euro.

Besonders freut man sich in der drittgrößten Bankengruppe Österreichs über einen 8%-igen Zuwachs bei den Spareinlagen auf 16,34 Mrd. Euro. Das Volumen der Kredite an Private wuchs um rund 11% auf 2,9 Mrd. Euro. Der Konzern beschäftigte Ende 2001 rund 5.300 Mitarbeiter, um 140 weniger als vor Jahresfrist. Eine Vollfusion von BAWAG und P.S.K. sei nicht geplant, es bleibe bei der Zwei-Marken-Strategie, sagte Elsner.

Die Aktionäre der BAWAG - ÖGB (53%) und Bayerische Landesbank (46%) - erhalten eine unveränderte Dividende von 12% oder 15 Mill. Euro.

Elsner wehrt sich

Gegen Angriffe wegen seiner Pensionsabfindung und seiner zwei aktiven Bezüge (Anm.: als BAWAG-Vorstandsvorsitzender und Vize-General der Lotterien) wehrt sich Elsner nun mit juristischen Schritten. Die "Süddeutsche Zeitung", die ihn als "Abzocker" bezeichnet hatte, wurde von ihm mit einer Klage eingedeckt.

Gegen FPÖ-Generalsekretär Schweitzer, der Elsner nicht nur in den Mittelpunkt eines "BAWAG-Privilegienskandals im Dunstkreis von ÖGB und SPÖ" gebracht, sondern auch in "Stasi-Nähe" gerückt hatte, wurde Privatanklage und Strafanzeige eingebracht.