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BAWAG/P.S.K. rechnet mit "Aus" für Lombard-Verfahren

Von Christina Mondolfo

Wirtschaft

Der scheidende BAWAG/P.S.K.-Generaldirektor Helmut Elsner rechnet damit, dass das laufende Lombard-Verfahren gegen österreichische Spitzenbanker eingestellt wird. Ein Kartell, das zum Nachteil der Volkswirtschaft gebildet werde, sehe wohl anders aus: "Da trifft man sich doch nicht in aller Öffentlichkeit, sondern irgendwo im Geheimen", wetterte Elsner am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz.


In der Schweiz hätte es nie passieren können, dass ein Anwalt die eigenen Banken anzeigt, "der hätte unter dem Teppich die Schweiz verlassen müssen," schoss Elsner gegen die frühere Kanzleipartnerin des Justizministers Dieter Böhmdorfer, Huberta Gheneff-Fürst, die die Anzeige erstattet hatte.

Mit dem vergangenen Jahr zeigte sich Elsner zufrieden. Man werde aufgrund des guten Ergebnisses die Dividende unverändert bei 12% belassen. Reger Nachfrage erfreuten sich die Privatkredite: Mit Ende 2002 zählte die BAWAG/P.S.K.-Gruppe 55.000 neue Kredite mit einem Volumen von mehr als 1 Mrd. Euro. Dazu hätten sowohl der Filial- als auch der Postvertrieb beigetragen, betonte Elsner. Die Steigerung des Neugeschäftes um 40% gelang mithilfe von 204 Finanzberatungszentren sowie speziell geschulte Mitarbeiter in weiteren 246 Postämtern.

Was den Post-Vertrag über den Vertrieb von Finanzdienstleistungen über Postämter und Postmitarbeiter betreffe, sei es gelungen, dass er nicht nur auf dem Papier bestehe, sondern materiell sehr gut gelebt werde, so P.S.K.-Generaldirektor Stephan Koren. Entscheidend sei nicht die Zahl der Postämter, sondern die Effizienz des Vertriebsweges. Der Vertrag selbst sei unbefristet und in zehn Jahren erstmals kündbar.

Zur Gänze übernehmen will die BAWAG/P.S.K.-Gruppe die tschechische Interbanka, an der sie derzeit 8% hält. Die restlichen 92% gibt die BayernLB ab, die an der BAWAG mit 46% beteiligt ist, bzw. die Ungarische Außenhandelsbank, die der BAWAG und der BayernLB gehört. Geplant ist auch die Gründung einer eigenen Bank in Malta, die Gespräche würden bereits laufen, bestätigte Elsner. In den kommenden Jahren wolle sich die BAWAG/P.S.K. um Österreich herum gruppieren - gedacht sei an Ungarn und Slowenien.

Mit Vorschusslorbeeren bedachte Elsner seinen Nachfolger Johann Zwettler. Er selbst werde weiter seine kulturellen Funktionen ausüben und seinen Vertrag als Geschäftsführer der Österreichischen Lotterien erfüllen.