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Beamten ist die Orthografie egal

Von WZ Online

Politik
Wurstigkeit macht sich breit...
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Was wird aus der deutschen Sprache, fragt sich die Duden-Redaktion. Bei einer Umfrage zeigte selbst das deutsche Beamtentum nur wenig Interesse an korrekter Rechtschreibung. Ein Drittel der Befragten hat keine Probleme mit Fehlern in Gesetzen.


Nur rund zwei Drittel der insgesamt 581 Teilnehmer waren der Ansicht, dass eine fehlerfreie Orthografie in Gesetzestexten "wichtig" oder "sehr wichtig" sei (71,9 %). Ähnlich bewertet wurde die Frage nach einer einwandfreien Rechtschreibung in selbst verfassten Texten (64,5 %), in Dokumenten, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden (66,4 %) und in Texten, in denen öffentliche Stellen mit Bürgern kommunizieren (63,9 %).

Ein Viertel Verweigerer

"Unwichtig" ist es laut Umfrageergebnis 23,4 % aller Befragten, ob die Rechtschreibung in den Dokumenten, in denen sie selbst mit dem Bürger kommunizieren, fehlerfrei ist.

Bei der internen Kommunikation ihrer Einrichtungen halten die Umfrageteilnehmer sogar noch mehr Toleranz für angebracht. Nur 31,9 % bezeichnen eine durchweg richtige Schreibweise als "sehr wichtig", weitere 27,8 % als "wichtig".

Erstaunliche Widersprüche

Im Gegensatz zu diesen Angaben steht freilich das persönliche Verhalten. 96,7 % gaben an, dass sie selbst sehr wohl eine korrekte Rechtschreibung in der täglichen Arbeit sicherstellen.

79,5 % der Befragten schlagen dafür in herkömmlichen Wörterbüchern nach, einem knappen Viertel (22,7 %) steht dafür sogar ein eigenes Lektorat zur Verfügung. 63,2 % nutzen zur Sicherstellung der richtigen Schreibung Online-Wörterbücher (Doppelnennungen waren möglich).

Die Rechtschreibhilfen von herkömmlichen Office-Anwendungen werden von immerhin 84 % der Befragten genutzt. Allerdings sehen 60,2 % der Anwender den Nutzen dieser Rechtschreibhilfen als unzureichend an. Die Fehlererkennung wird von den meisten Befragten (38,8 %) als mittelmäßig eingeschätzt, nur 5,1 % geben sich damit zufrieden und bezeichnen sie als "sehr gut".

Bei den Korrekturvorschlägen waren nur 2,8 % ganz zufrieden, 4,1 % fanden sie schlichtweg unbrauchbar. Die Abdeckung des Fachvokabulars durch die Office-eigene Rechtschreibprüfung wurde von 4,4 % mit "sehr gut" beurteilt, 15,5 % bezeichneten sie hingegen als "sehr schlecht". Etwas weniger als die Hälfte aller Befragten gab sogar an, ein zusätzliches Benutzerwörterbuch zu pflegen, um die korrekte Schreibweise der Fachbegriffe ihres Bereiches besser kontrollieren zu können.

Eine Auswertung nach Programmen (Open Office, Ms Office etc.) erfolgte leider nicht.