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Behinderte werden Trafikanten

Von Erika Bettstein

Wirtschaft

Am Donnerstag lud der Geschäftsführer der Monopolverwaltung GmbH. (MVG), Josef Podlesnig, zu einem Pressegespräch über die Entwicklung der österreichischen Tabaktrafiken. Waren es früher Kriegsopfer, so sind es heute Zivilbehinderte, die ein Vorzugsrecht bei der Vergabe von Trafiken haben.


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1999 konnte so für insgesamt 94 Behinderte eine neue Existenzgrundlage zur Verfügung gestellt werden, erklärte Podlesnig: "In Summe heißt das, dass wir in den vergangenen Jahren an jedem vierten Tag einem behinderten Menschen eine Tabaktrafik übergeben konnten - und damit den Betroffenen eine Existenz ohne Kosten für die öffentliche Hand ermöglichen konnten".

Nahversorgung sichern

9 von 10 Trafikanten seien Behinderte, die übrigen Trafiken wurden auf Grund von Ansprüchen Familienangehöriger besetzt. Die Anzahl der Behinderten, die mit einem Tabakfachgeschäft zum Unternehmer wurden, sei damit in den letzten 10 Jahren bundesweit von 25 auf 35% (in Wien bereits auf über 40%) angestiegen. Mit Anfang Juni 2000 gab es in Österreich 3.113 Tabakfachgeschäfte (erzielen 72% des Tabakwarenumsatzes) und 5.642 mit einem Gewerbe verbundene Tabakverkaufsstellen (Lebensmittelhandel: 3.948, Gastgewerbe: 1.694).

Auch in Zukunft sei es vorrangiges Ziel der MVG, den Behindertenanteil zu steigern und gleichzeitig die Nahversorgung mit Tabakwaren sicher zu stellen. Dabei solle die Einzelhandelsstruktur mit dem Hauptgewicht auf dem Tabakfachgeschäft und die Chancengleichheit zwischen den einzelnen Tabaktrafikanten gesichert sein, so Podlesnig.