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Bei der insolventen Etaone Energy mischte die Hypo Alpe Adria Bank kräftig mit

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Schenz, Tengg und Shklarek an Bord. | Hypo war über Treuhänder beteiligt.


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Neckenmarkt/Klagenfurt.Der Blockheizkraftwerkbauer Etaone Energy GmbH zählte bis vor wenigen Tagen zu den Leitbetrieben des Burgenlands. Vergangenen Mittwoch ist Etaone mit 9,48 Millionen Euro Schulden in der Pleite geschlittert.

Etaone hat prominente Gesellschafter: die RS Consulting und Beteiligungs GmbH von WKO-Vizepräsident Richard Schenz, die Vibeg Velididena Immobilien und Beteiligung GmbH von Hansjörg Tengg, und die Active Capital Investments B.V. von Alon Shklarek; nicht zu vergessen: die DHS Unternehmensberatungs- und Beteiligungs GmbH mit Sitz in Klagenfurt. Die DHS hielt die Anteile treuhändig für die Hypo Alpe Adria Bank.

Bei der Hypo Alpe Adria Bank steht Etaone angeblich mit 6,7 Millionen Euro in der Kreide. "Aus Sicht der Gesellschaft ist ein Teil der Kredite in Höhe von 3,1 Millionen Euro eigenkapitalersetzend", heißt es im Insolvenzantrag. Laut Insidern besteht möglicherweise der Verdacht einer verbotenen Einlagenrückgewähr. So sollen die Gesellschafter der Etaone Kapitalerhöhungen durchgeführt haben, um Kreditschulden bei der Hypo zu bedienen.

"Fall durchleuchten"

"Die Etaone brauchte eine Eigenkapitalstärkung und da hat man bei der Hypo beschlossen, dass nicht nur Kredite gewährt werden, sondern über die DHS eine Beteiligung eingegangen wird, die ich treuhändig für die Hypo bis zum 31. Oktober 2008 gehalten habe", bestätigt DHS-Geschäftsführer und Unternehmenssanierer Heimo Schader der "Wiener Zeitung". "Dann ist Herr Shklarek über Vermittlung des Hypo-Konzernvorstands als Gesellschafter in die Etaone eingestiegen, meine Einbindung hat mit dem Einstieg von Herrn Shklarek abgenommen." Shklarek soll auch in die kaufmännischen Belange der Etaone involviert gewesen sein.

Über die Hypo sei die Gesamtfinanzierung der Eta-one gelaufen, erzählt Schader. Die Bank habe anfangs 12,5 Prozent an Etaone gehalten, dieser Anteil sei durch Kapitalerhöhungen verwässert worden. Aufgrund des anhängigen Insolvenzverfahrens wollte die Hypo keine Stellungnahme abgeben.

Indes wollen AKV,
Creditreform und KSV1870 den Fall durchleuchten. "Die Forderungen der Hypo Bank werden bestritten und es wird genau zu prüfen sein, ob es sich um eine verbotene Einlagenrückgewähr gehandelt hat", sagt Insolvenzexperte Wolfgang Hrobar vom AKV. Auch Gerhard Weinhofer von Creditreform und Alexander Klikovits vom KSV1870 fordern eine rasche Aufklärung.