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Bei Euro-Umstellung wird Bankpersonal knapp

Von Petra Medek

Europaarchiv

Schwierigkeiten bei der Euro-Bargeldeinführung befürchtet die Sektion Geld und Kredit der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). Sollten die Banken nicht bald konkrete Vorstellungen über das Procedere zum Jahreswechsel 2001/2002 auf den Tisch legen, "können wir nicht garantieren, dass die Umstellung reibungslos abläuft", betonte Hedwig Fuhrmann, stellvertretende Sektionsvorsitzende gestern vor Journalisten.


Die heimischen Banken seien bezüglich Personaleinsatz und Planung auf die Nacht der Währungsumstellung nicht ausreichend vorbereitet, sagte Furhmann. Es sei dringend notwendig, Einsatzpläne zu fixieren sowie die Zahl der zusätzlich benötigten Aushilfskräfte festzustellen. Denn mit den Filialmitarbeitern sei dies nicht zu bewältigen. Bisher seien die Gespräche mit der Arbeitgeberseite allerdings ergebnislos verlaufen, so Fuhrmann.

Die maximale Rahmenarbeitszeit müsse abgegrenzt werden, in punkto Zusatzbelastungen könne sich die Gewerkschaft eine Abgeltung in Form von Zulagen, höheren Überstundenentgelten oder Mischvarianten vorstellen, so Fuhrmann. Von Mitte Dezember bis Mitte Februar soll für Überstunden mehr bezahlt sowie ein Zusatzentgelt von 100 Euro pro Wochenende ausbezahlt werden.

Heftige Kritik übte die GPA erneut an dem Gesetzesentwurf zur Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Sollte der Entwurf übernommen werden, werde es Widerstand seitens der Gewerkschaft geben, so der Vorsitzende der Sektion Handel, Felix Hinterwirth. "Ich bin noch optimistisch, dass die Liberalisierung nicht in dieser Form kommt", meinte GPA-Vorsitzender Hans Sallmutter. Der Entwurf bringe "gravierende Verschlechterungen".

So befürchtet Günter Benischek von der Sektion Banken die Ausdehnung der Samstagsregelung auf dem Handel "verwandte" Dienstleistungen wie Banken oder Frisöre. Durch die nun geplante Erweiterung der Samstagsarbeit auf 26 Samstage sei es denkbar, dass ein Arbeitnehmer, der nach einem halben Jahr die Stelle wechselt, 52 Samstage im Jahr arbeiten muss, so Hinterwirth.