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Bei Natursteinwerken Poschacher wackeln 123 Jobs

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Steinbruchbetreiber hat laut KSV1870 ein Sanierungsverfahren beantragt – Schulden werden mit 25,67 Millionen Euro beziffert.


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Linz/Perg. Die Poschacher Natursteinwerke GmbH & Co KG um Anton Helbich-Poschacher mit Sitz in St. Georgen an der Gusen, Oberösterreich, hat laut Sandra Panholzer vom KSV1870 ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Den Gläubigern wird 30 Prozent Quote geboten, davon fünf Prozent in Form einer sogenannten Barquote. Dafür sind laut Insolvenzantrag rund 296.000 Euro aufzubringen. Der Rest soll in fünf weiteren Tranchen innerhalb von zwei Jahren beglichen werden.

109 Mitarbeiter und 14 Leiharbeiter sind von der Insolvenz betroffen, da aber der Teilbetrieb Küchenplattenherstellung geschlossen werden soll, werden zumindest zehn Arbeitsplätze gestrichen.

Der Familienbetrieb existiert bereits seit 170 Jahren und bewirtschaftet sieben Steinbrüche in Oberösterreich und Niederösterreich: in Neuhaus, Heidlbrunn, Perg, Herschenberg, Aalfang, Gebhardts und Schrems.

Die Insolvenzursachen
In den vergangenen Jahren ist der Umsatz laut Insolvenzantrag stetig gesunken. Eine der Hauptursachen des wirtschaftlichen Niedergangs ist die Billigkonkurrenz aus Asien. Dazu kommt, dass der Maschinenpark der Poschacher Natursteinwerke massiv veraltet ist.
"Das verursachte hohe Instandhaltungskosten und teilweise sind notwendige Reparaturen nicht mehr zu finanzieren", heißt es im Antrag weiter. So verursacht ein defekter Muldenkipper im Steinbruch Perg "deutlich höherer Gewinnungskosten als notwendig". Der Bereich Küchenplatten soll überhaupt eingestellt werden, da "die bisherige Marktbearbeitung nicht erfolgreich war".

Die Schulden
Das Unternehmen hat laut KSV1870 rund 25,673 Millionen Euro Schulden, davon entfallen 19,755 Millionen Euro auf Banken. Hauptgläubiger sind laut Firmenangaben die Sparkasse Oberösterreich und die Raiffeisenbank Perg. Die Banken sind mit Pfandrechten auf den zahlreichen Liegenschaften besichert.

"Im Vorfeld wurde zugesagt, zur Erfüllung des Sanierungsplanes langfristige Rückstehungserklärungen abzugeben", heißt es im Antrag weiter. Dadurch würden nur 5,918 Millionen Euro Schulden quotenmäßig zu berücksichtigt sein. Rund 1,92 Millionen Euro schuldet Poschacher seinen Lieferanten, etwa eine Million Euro der Finanz und zwei Millionen Euro Passiva wurden unter dem Titel "Darlehen Wurmböck" verbucht.

Das Vermögen
Das Unternehmen hat 463.000 Euro Bankguthaben und will durch Einsparungsmaßnahmen, eine Preiserhöhung um drei Prozent und aus der Unternehmensfortführung die 30 Prozent Quote erfüllen. Dazu kommt noch ein Kontokorrentkredit der Raiffeisenbank Perg.
In späterer Zeit ist auch angedacht, die Fertigung am Standort Gusen zu schließen. Derzeit stehen Poschacher 1,529 Millionen Euro liquide Mittel zur Verfügung, davon werden rund 1,1 Millionen Euro für die laufenden Fixkosten benötigt. Damit bleiben 620.000 für die Barquote und die Verfahrenskosten.