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Beide Seiten gegen ORF-Berichterstattung

Von Stefan Beig

Politik

Protestschreiben und Demonstrationen in Wien. | Wien. Der Krieg um Bilder und Worte im Nahostkonflikt erfasst auch Österreich. Zu Protestschreiben an den ORF ruft etwa die arabisch-österreichische Internetseite www.ramadan2.com auf.


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Seit Beginn der israelischen Offensive sei "leider sehr deutlich zu erkennen wo die Sympathien des Senders liegen", heißt es dort in einem fertig verfassten Brief, den zu unterschreiben und zu verschicken die Benützer aufgefordert werden.

"Begriffe wie radikalislamisch', extremistisch' und terroristisch' in Zusammenhang mit der palästinensischen Seite sind fixer Bestandteil jedes Berichts. Zerstörte Universitäten werden als Hochburgen' der Hamas bezeichnet, Moscheen, Schulen und Wohnhäuser als Waffenlager, ob die Quelle dieser Informationen, nämlich das israelische Militär, eine glaubwürdige ist, wird nicht erwähnt."

Ganz anders sieht das der österreichische Journalist Karl Pfeifer: So habe der ORF im Gegensatz zu anderen europäischen Fernsehanstalten nicht gezeigt, "wie Israel lange Reihen von Lastautos beladen mit 10.000 Tonnen Lebensmittel nach Gaza einfahren lässt", schreibt er auf haGalil, der größten jüdischen Internetsite in deutscher Sprache. "Da ich, ob ich ORF sehe oder nicht, die Gebühren bezahlen muss, stelle ich die Frage, weshalb der ORF immer wieder so unausgewogen über diesen Konflikt berichtet."

Die Lobbies beider Konfliktparteien gehen in Österreich auch auf die Straße. Am Montag wird die Israelitische Kultusgemeinde, unterstützt von jüdischen und nichtjüdischen Organisationen, eine Kundgebung am Judenplatz in Wien veranstalten, um Israels Politik zu verteidigen. Bereits am Freitag fand in der Wiener Innenstadt unter dem Motto "Stoppt das Massaker im Gaza-Streifen" ein Solidaritätsmarsch für die Palästinenser statt.