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Beim Essen lohnt der Preisvergleich

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Es sind nicht die gestiegenen Ölpreise allein, die die Inflationsrate im März im Jahresvergleich von 1,4 auf 1,6% anhoben: Flugtickets wurden um 26% und Lebensmittel um 2% teurer. Dramatisch ist der Anstieg der gesamten Inflationsrate - so sind sich Wirtschaftsforscher einig - nicht, auch wenn "die Ölpreise weiter steigen könnten. Das hängt davon ab, was im Irak passiert", erläutert Peter Havlik vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW).


Ein "kräftiger Preisanstieg" sei im März 2004 im Vergleich zum Vormonat bei Kraftstoffen und Schmiermitteln (+5%) im Monatsabstand zu beobachten gewesen - damit setze sich der seit Jahresbeginn bestehende Trend steigender Treibstoffpreise fort (Jänner +0,4%, Februar +1%), vermeldet die Statistik Austria.

Dennoch: Trotz der Preissteigerungen bei Kraftstoffen gegenüber dem Vormonat seien diese immer noch um 3% billiger als vor einem Jahr (Normalbenzin -2%, Superbenzin -3%, Diesel -4%). Zu diesem Zeitpunkt bewegten sie sich aufgrund des Ölpreisanstieges in Folge des Irak-Krieges auf relativ hohem Niveau. Das Preisniveau der Treibstoffpreise befindet sich noch immer unter dem damals ebenfalls recht hohen Niveau des Jahres 2000. "Etwas gedämpft hat auch das Verhältnis Euro und Dollar", kommentiert Wolfgang Pollan vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) gegenüber der "Wiener Zeitung". Das Wifo rechnet für das laufende Jahr mit einer Inflationsrate von 1,6% - deutlich unter der von der Europäischen Zentralbank gewünschten Marke von 2%.

Nach wie vor haben laut Statistik Austria Versicherungen (+2,7%) eine inflationstreibende Wirkung (Kfz-Haftpflichtversicherung und private Krankenversicherung +3%). Und auch die Gastronomiepreise sind weiter gestiegen, gesamt gesehen um 2,8%. Getränke im Gasthaus wurden um 3% teurer, Bier und Cola beispielsweise um 4%, ein kleiner Brauner um 3%. Die Verpflegung im Restaurant wurde um 2% teurer. Generell haben Nahrungsmittel gegenüber dem Vorjahr um 1,7% angezogen. "Hier muss man dem Konsumenten sagen, dass er Verantwortung für sich selbst hat", betont Pollan und rät zu Preisvergleichen. Und noch immer gebe es große Unterschiede beispielsweise im Vergleich zu Deutschland: Untersuchungen vom vergangenen Jahr ergaben, dass Angebote in Lebensmitteldiskontern um ein Viertel, Waren bei Elektrohändlern um durchschnittlich 11% teurer als hierzulande seien. Auch im Bereich Körperpflege (+2,6%) gab es Preissteigerungen (Friseur: Waschen und Föhnen +4%, Waschen und Legen +6%; Lippenstift +7%).

Inflationsdämpfende Wirkung haben weiterhin die Bereiche Gesundheit (-2,5%) und Nachrichtenübermittlung (-1,5%) - Telefone sind um 21%, und Festnetzgebühren um 3% billiger geworden. Wegen des Wegfalls der Ambulanzgebühr im April 2003 erwies sich die Krankenscheingebühr (-52%) in diesem Monat zum letzten Mal als Inflationsdämpfer von 0,115%-Punkten.

Die nach Eurostat berechnete heimische Inflationsrate beträgt 1,5%, jene für den EU-Durchschnitt 1,7%. Die höchsten jährlichen Teuerungsraten gab es im März in Griechenland (2,9%), Italien (2,3%), Spanien und Portugal (2,2%), die niedrigsten in Dänemark und Schweden (0,4%).