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Beim Geld geht es um die Wurst

Von Matthias Greuling

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Die ORF-Gebühren steigen 2012 um sieben Prozent. Das will die neue TV-Direktorin Kathrin Zechner kostenschonend in besseres Programm investieren. Es ist also reizvoll, vorab schon mal von den völlig neuen Showformaten zu träumen: ORF-Boss Wrabetz lädt in der neuen Koch-Show "Chez Alex" den jeweiligen ORF-Mitarbeiter des Monats zum Dinner zu sich nach Hause ein (keine Studiokosten, nur Kerzenlicht) und kredenzt getrüffelte Steinpilz-Ravioli. Peter Rapp tritt dabei als Kellner auf und reibt den Parmesan drüber. Gewählt wird der Mitarbeiter des Monats bei "WWDWW" ("Wrabetz will den Wonne-Worker"), was täglich zwischen 20.15 Uhr und der "ZIB 24" auf ORFeins läuft: ORF-Mitarbeiter bis 30 spielen mit Gebührengeld beim Roulette entweder auf Rot oder Schwarz. Niko Pelinka überprüft Kugel und Kessel. Auf ORF2 debattieren ORF-Pensionisten (kosten nichts) derweil mit Ingrid Thurnher eine Lösung für das desolate ORF-Gebäude. Tagsüber ersetzt die Sitcom "Der Stiftungsrat" (mit Originalzitaten aus den Sitzungen) die öden Parlamentsdebatten. Der Vorabend wird zur Gänze an die Werbewirtschaft ausgelagert, die ab sofort 30-Minuten-Spots schalten muss. Bedingung: Es sollte schon eine Geschichte erzählt werden. Aber das ORF-Logo darf nicht vorkommen, Cross-Promotion bleibt verboten.

Für diesen ORF geben wir gerne mehr Geld aus. Wir ersparen es uns sowieso anderswo: Im Supermarkt darf 2012 nämlich das Feinkost-Papier bei der Wurst nicht mehr mitgewogen werden. Ehrlich jetzt.