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Beim Klima könnte einer alle retten

Von Eva Stanzl

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Das wenig resolute Vorgehen der Weltmächte zum Klimawandel kann Experten zur Verzweiflung bringen. Im Vorfeld des UNO-Gipfels in Paris, bei dem in wenigen Wochen ein Weltklimavertrag beschlossen werden soll, der die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt, sind viele Fragen offen. Was bisher auf dem Tisch liegt, reiche nicht zur Unterschrift, betonen Forscher nun. Wie zum Beweis legen sie Berechnungen vor, die zeigen sollen, wie leicht es ginge: Es müsste nur eine Großmacht ihre Emissionen um das Doppelte senken, und schon wäre - rein rechnerisch - die Welt gerettet.

Auf den ersten Blick löst die Idee eher Misstrauen als Begeisterung aus. Wer soll das tun?, mag man fragen. Warum soll entweder Europa oder die USA, China oder Indien als Musterschüler die Hausaufgaben für alle machen? Und dabei riskieren, dass die anderen noch zügelloser Treibstoffe verbrauchen, weil einer sowieso die Zügel hält? Immerhin stellt die Menschheit stets ihre Neigung zu kurzfristigen Vorteilen unter Beweis - die Finanzkrise ist nur ein Beispiel.

Sogar die Studienautoren zeigen Bedenken: Sie räumen ein, dass China eher nicht vorangehen würde, da es bisher wenig Emission ausgestoßen hat und jetzt auf ausgleichende Gerechtigkeit setzt. Doch gerade für die junge Wirtschaftsmacht China könnte es von Vorteil sein, von Anfang an auf erneuerbare Energien zu setzen. Deutschland hat die Wettbewerbschance erkannt und die Energiewende eingeleitet. Investitionen in Zukunftsenergien könnten ein Riesen-Standortvorteil werden - die Studie ist also so utopisch nicht.Seite 20

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