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Beim Kraftwerksbauer etaone energy ist der Ofen aus

Von Kid Möchel

Wirtschaft

Der Betrieb steht mit 6,7 Millionen Euro bei der Hypo Alpe Adria Bank in der Kreide. | Fast die Hälfte des Kredits soll aber "eigenkapitalersetzend" sein.


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Die Neckenmarkter etaone energy GmbH, Entwickler und Hersteller von Notstromaggregaten und Blockheizkraftwerken, ist Geschichte. 21 Arbeitsplätze wurden vernichtet, die Mitarbeiter sind bereits aus dem Unternehmen ausgetreten.

"Das Unternehmen ist bestmöglich zu liquidieren, bei etaone ist der Ofen einfach aus", sagt Insolvenzexperte Alexander Klikovits vom KSV1870. Denn die Gesellschafter von etaone  werden das Unternehmen nicht fortführen.

7,4 Millionen Euro Bankschulden    

Laut AKV und KSV1870 hat das Unternehmen rund 9,48 Millionen Euro Schulden, davon 7,4 Millionen Euro bei Banken. Nach den Angaben im Insolvenzantrag entfallen 6,7 Millionen Euro Bankschulden auf die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank. "Hingewiesen wird darauf, dass aus Sicht der Gesellschaft rund 3,1 Millionen der insgesamt 6,7 Millionen Euro, die von der Hypo gewährt wurden, eigenkapitalersetzend wirken", heißt es im Antrag weiter. Sollte das tatsächlich der Fall sein, würde die Bank in Höhe dieses Betrages wahrscheinlich durch die Finger schauen.

Rund 1,3 Millionen Euro schuldet der Betrieb seinen Lieferanten, 308.000 Euro der Gebietskrankenkasse und 102.000 Euro der Gemeinde Neckenmarkt.

Geringe Aktiva

Laut Insolvenzantrag hat etaone rund zwei Millionen Euro an offenen Rechnungen in den Büchern, doch diese Forderungen resultieren aus Aufträgen mit ausländischen Kunden, wobei in einigen Fällen Prozesse anhängig sind. "In welchem Umfang diese Forderungen tatsächlich werthaltig sind, wird zu prüfen sein", sagt Klikovits. Nach Angaben von etaone können bloß rund 200.000 Euro auch einbringlich gemacht werden.

Dazu kommt, dass etaone auch Beteiligungen hält, unter anderem eine kleine an der Grüne Lagune Bio-En Energy Consulting GmbH; sie hat 100-Prozent-Töchter in Ungarn und Rumänien sowie eine 73-Prozent-Beteiligung an einer Free Zone Company in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Die Insolvenzursachen

Das Unternehmen, das ursprünglich in Tirol gegründet wurde und erst 2004 ins Burgenland übersiedelte, kämpfte seit drei Jahren mit Auftragsrückgängen, die auf die Wirtschaftskrise zurückgeführt wurden. Eine erfolgversprechende Restrukturierung bedingte aber eine Zufuhr frischen Kapitals.

"Konkrete Verhandlungen wurden mit der SREC Group AG geführt und ließen erwarten, den benötigten strategischen Partner gefunden zu haben", heißt es im Insolvenzantrag weiter. Letztendlich haben sich die Beteiligungsgespräche aber zerschlagen. Aus der Zufuhr von 2,5 Millionen Euro Kapital wurde nichts.

Zahlreiche Gesellschafter

Die Gesellschafter der etaone hatten das Unternehmen ursprünglich mit 2,48 Millionen Euro Grundkapital ausgestattet, davon steuerte Die Active Capital Investments B.V. rund 1,22 Millionen Euro bei, Geschäftsführer Nikolaus Hutter rund 638.000 Euro, die VIBEG Veldidena Immobilien und Beteiligungs GmbH 255.000 Euro und die DHS Unternehmensberatungs- und Beteiligungs GmbH 247.000 Euro; dazu kommen noch 69.000 Euro der RS Consulting- und Beteiligungs GmbH und 50.000 Euro der NITS Group Limited.