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Bekommen Unis durch "Stecker raus" Geld herein?

Von Heike Hausensteiner

Wissen

An Österreichs Universitäten sind Einsparungen beim Stromverbrauch um bis zu 9 Prozent möglich. Das Geld der dadurch gesparten Energiekosten könnte für die Lehre verwendet werden. Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) will daher praktikable Lösungen zur Vermeidung von unnötigen Stromkosten erarbeiten.


Computer, Videorecorder, Fernsehgeräte, Over-head-Projektoren oder Kopiergeräte in "Stand-by"- bzw. "Power-off"-Funktion verbrauchen Strom, auch wenn sie z.B. nachts nicht in Betrieb genommen werden. Zieht man den Stecker aus der Steckdose, kann der Energieverbrauch gesenkt werden. Das hat die Aktion "Stecker raus!" bewiesen, die die ÖH im Juni gemeinsam mit der Energieverwertungsagentur (E.V.A.) - im Rahmen des Projekts "Nachhaltige Universitäten" - durchgeführt hat.

Als Konsequenz daraus wird die ÖH den Universitäten Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Konkret könnten Kippschalter oder Zeituhren bei Wasserboilern eingebaut werden, um den Stromverbrauch zu reduzieren. Erste Gespräche führte die ÖH noch vor dem Sommer mit den Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck sowie mit der Universität für Bodenkultur (Boku). Nun sollen die Gespräche fortgesetzt werden, sagte die ÖH-Pressesprecherin, Cornelia Blum, gegenüber der "Wiener Zeitung".

Alexander Trinkl vom ÖH-Alternativreferat beziffert das Einsparungspotenzial mit acht Millionen Schilling, bei Stromkosten von insgesamt 280 Mill. Schilling an den Unis. Durch die "Stecker raus!"-Aktion wurde der Stromverbrauch im Hauptgebäude der Boku um 9,3 Prozent reduziert, am Uni-Campus des Alten AKH um 7,5 Prozent, im Boku-Gebäude in der Peter Jordan Straße 82 um 7,3 Prozent.

Mit der Aktion will die ÖH nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Auch finanzielle Mittel könnten langfristig frei werden und in die Lehre fließen. Zumal die Strompreise künftig wieder steigen werden: Die Fernwärme erhöht ab 1. Jänner 2001 die Preise für Bundesgebäude um fast 18 Prozent, wie die ÖH erst gestern erfuhr. Die Unis dürften dadurch mit 17 Millionen Schilling jährlich zusätzlich belastet werden.