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Beleibt - und allseits beliebt

Von Manfred A. Schmid

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Zu den Lieblingen auf unseren Bildschirmen gehört unbestritten Ottfried Fischer. Der bayerische Schauspieler punktet nicht nur als unkonventioneller Ermittler in der Krimi-Serie "Der Bulle von Tölz", sondern auch durch seine regelmäßigen Auftritte in der TV-Werbung. Seine Werbespots für eine Kreditkartenfirma - derzeit das Sujet mit dem Fitnesstrainer ("Du schaffst es!") - gehören zum Besten, was diesbezüglich im Fernsehen zu sehen ist, und hat mehr Unterhaltungswert als so manche TV-Comedy. Nicht zu Unrecht wurde diese Kampagne heuer mit einem "Effie" - dem Preis für effiziente Werbung - ausgezeichnet. Fischers unkonventionell gezeichnete Figur des Kommissars Udo Berghammer hinwiederum - kein souveräner Schnüffler, sondern ein komplexbeladener Mann mit einer konfliktbeladenen Mutterbindung und gebündelten Beziehungsproblemen zum weiblichen Geschlecht - hebt sich wohltuend von den üblichen TV-Ermittlern ab. Jüngste Bestätigung für die außerordentliche Beliebtheit des beleibten Darstellers: Die am Sonntag ausgestrahlte Folge "Eine tödliche Affäre" verzeichnete mit fast 1,5 Millionen Zusehern den höchsten Wert im laufenden Jahr.

Auch das britische Fernsehen kann mit einer ähnlichen Figur aufzuwarten, im Kabel- und Satelliten-TV kann man sich freitags im ZDF davon überzeugen: Robbie Coltrane als "Seelenklempner" Fitz, der Polizeiermittlungen in einer englischen Kleinstadt mit seinen tiefenpsychologischen Erkenntnissen unterstützt, ist Mittelpunkt der Serie "Für alle Fälle Fitz". Ein Mann mit menschlicher Breite - und vielen kleinen Schwächen. Dieser Fitz ist eine Wucht.