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BenQ Mobile: Der Akku ist fast leer

Von Konstanze Walther

Wirtschaft

Nur mehr zehn | Mitarbeiter bei | Österreich-Tochter. | Wien/München. Nachdem die deutsche Tochter des taiwanesischen Handyherstellers BenQ im September den Insolvenzantrag gestellt hat, riss sie auch ihre österreichische Schwester mit in den Beinahe-Konkurs. Denn die deutsche Handy-Produktion war untrennbar mit der auf Vertrieb spezialisierten Österreich- und Osteuropa-Tochter von BenQ Mobile verbunden. Die österreichische Gesellschaft meldete daraufhin 30 Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice (AMS) - von den ursprünglich 45 Mitarbeitern sind nur noch zehn geblieben. Das sich mittlerweile im Ausgleich befindende Unternehmen hat nun auch die Schließung der Osteuropa-Niederlassungen beschlossen. "Das Ziel ist ganz klar die Sanierung" erklärt Christina Brandenstein, Österreich-Sprecherin von BenQ im Telefonat mit der "Wiener Zeitung". Nachsatz: "Mein Akku ist fast leer."


Seit dem Herbst habe man sich unabhängig von der deutschen Schwester gemacht, "unsere Zukunft hängt nicht mehr an ihr". Denn nun beziehe das Unternehmen seine Handys direkt aus dem taiwanesischen Hauptquartier, "aber halt weniger Geräte als vorher." Wer für die Gewährleistung für schadhafte Handys deutscher Provenienz verantwortlich ist, werde am 30. Jänner entschieden: Da findet die Ausgleichstagsatzung des mit 17,2 Mio. Euro verschuldeten Unternehmens statt.

Käufer für Deutschland?

Für das deutsche Unternehmen ist allerdings am Donnerstag das erste Mal seit Beginn ihrer offiziellen Insolvenz ein potenzieller Käufer aufgetaucht. Eine Investorengruppe signalisierte den Wunsch, den gesamten Betrieb zu übernehmen und mit zunächst 800 Beschäftigten weiter Handys herstellen. Das wäre zumindest für einen Teil der 2305 ehemaligen BenQ-Angestellten, die sich nun in Schulungen des deutschen AMS-Pendants befinden, ein Hoffnungsschimmer.

Doch ein Sprecher von Insolvenzverwalter Martin Prager betonte, dass es sich bisher nur um eine Interessensbekundung handelt. "Und davon hat es seit September schon hunderte gegeben."