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Beraten, nicht "keilen"

Von Rosa Eder

Wirtschaft

In der Landesdirektion Wien der Generali Versicherung weht seit Februar vergangenen ein frischer Wind. Der gebürtige Steirer Ingo Lorenzoni (35) sorgt dafür, dass in der Welt der Zahlen und Fakten der menschliche Aspekt nicht zu kurz kommt.


Wer glaubt, dass im Zeitalter der "elektronischen Revolution" fundierte Beratung nicht mehr gefragt ist, liegt falsch. Gerade jetzt sind Experten vonnöten, die dem Versicherungskunden den Weg durch den immer dichter werdenden Finanzdschungel ebnen.

Knappe 400 Mitarbeiter hat die Generali Wien im Außendienst, etwa 70 von ihnen können sich bereits mit dem Titel "FinanzCoach" schmücken, was sie berechtigt, auf die Kunden zugeschnittene individuelle Vorsorgelösungen zu erarbeiten. Ziel sei es, die Hälfte der Außendienstmitarbeiter zu Coaches auszubilden. "Nicht alle sind zum FinanzCoach geboren", betont Lorenzoni im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Und sogenannte "Keiler" könne man nicht brauchen. Die Österreicher seien zwar sehr risikoavers, was das selbst verdiente Geld betreffe, wenn es aber um Erbschaften oder Glücksspielgewinne gehe, setze oftmals die Vernunft aus. Unrealistisch hohe Renditeversprechungen verleiten viele, sich auf Finanzprodukte einzulassen, deren Ertragsentwicklung den allzu optimistischen Anleger allerdings meist bald wieder auf den Boden der Realität zurückholt. Die Generali sei nicht die Versicherung mit den billigsten Produkten, gibt Lorenzoni offen zu. Bei der Beratung werde aber ein großes Augenmerk auf Seriosität und Qualität gelegt.

Das Internet sieht der Versicherungsmanager in erster Linie als Informationsquelle. Das demonstriere die wachsende Anzahl an Kundenanfragen via Internet. Vertragsabschlüsse würden sich auf sehr standardisierte Produkte beschränken, große Geschäfte seien da nicht zu machen. Die "virtuelle Assekuranz" könne den direkten Kontakt zum Kunden nicht ersetzen.

Das abgelaufene Geschäftsjahr 200 war für die Generali-Landesdirektion Wien sehr erfolgreich, zieht Lorenzoni Bilanz. Die Prämieneinnahmen beliefen sich bis einschließlich November auf 3,9 Mrd. Schilling, im Gesamtjahr 1999 waren es 3,7 Mrd. Schilling gewesen. Es habe 35.000 private Kfz-Anmeldungen gegeben. Das waren zwar weniger als ursprünglich geplant, angesichts der verstärkten Konkurrenz ist man in der Generali aber dennoch zufrieden.