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Beratung für Rückkehr nach der Babypause

Von Christine Zeiner

Wirtschaft

Was sich in der Computerwelt die vergangenen Jahre getan hat, wissen Sie zwar nicht, dafür kennen Sie sich mit Kinderkrankheiten aus. Nur ist dieses Wissen am Arbeitsmarkt offenbar nicht gefragt. Ihr einstiger Chef hat eine neue Mitarbeiterin, und Sie leider keine Omi, die sich um die Kleinen kümmert - der Weg zurück ins Arbeitsleben ist nach der "Babypause" oft nicht einfach. Einrichtungen wie das "abz" und der "waff" helfen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben.


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"Für Personen in Karenz, die sich aus- oder weiterbilden wollen, ist die Vielfalt der Angebote schon sehr überfordernd", spricht Astrid Schwarz vom Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) aus Erfahrung. Die MitarbeiterInnen des waff bieten individuelle Beratung an: "Wir schauen uns den Lebenslauf und die Interessen an und versuchen gemeinsam, Perspektiven zu erarbeiten", erzählt Schwarz gegenüber der "Wiener Zeitung".

Interessen seien zwar "gut und schön", es werde aber darauf geachtet, wie realistisch diese seien. "Beim Wunsch, etwa im Wellness-Bereich zu arbeiten, weisen wir darauf hin, dass am Arbeitsmark kaum Bedarf besteht, außer man möchte in eine Thermenregion übersiedeln." Der waff bietet zwar keine Kurse an, unterstützt die Aus- oder Weiterbildung der KlientInnen aber finanziell - und das sind zum Großteil Frauen: "Das WiedereinsteigerInnenprogramm des waff hatte in diesem Jahr 230 Plätze. Nur einer wurde von einem Mann in Anspruch genommen", berichtet Schwarz.

Das abz (Arbeit-Bildung-Zukunft) versteht sich als allgemeine Beratungsstelle für Frauen und bietet spezielle Maßnahmen für Frauen in Karenz. Das Angebot umfasst das Abklären der Berufsplanung ebenso wie Bewerbungstraining oder den Erwerb sogenannter "Schlüsselqualifikationen" (beispielsweise Rhetorik und Auftreten).

Bundesweite Veranstaltungen zum Thema "Wiedereinstieg" führt das Arbeitsmarktservice (AMS) durch. Zudem werden regional verschiedene Aktionen durchgeführt, die auf der Homepage des AMS angekündigt werden. "Wir sind eigentlich primär dazu da, Jobs zu vermitteln. Wenn das schwierig ist, weil die Qualifikation nicht mehr ganz frisch ist oder die Person keinen Job findet, in dem sie qualifiziert ist, gibt es natürlich die Möglichkeit der Förderung einer Umschulung", erläutert Beate Sprenger, Pressesprecherin des AMS. Die Kurspalette sei "enorm groß" und reiche von Pflegeberufen über IT-Ausbildungen bis zu Bewerbungskursen. Sprenger betont, dass es auch für Frauen, die keinen Anspruch mehr auf Kinder- oder Arbeitslosengeld haben, in jedem Fall sinnvoll sei, beim AMS vorbei zu schauen.

Eine "WiedereinsteigerInnenwoche" veranstalten AMS NÖ, AK NÖ, ÖGB NÖ sowie die niederösterreichischen Frauenberatungsstellen vom 22. bis 26. September. Täglich wird an jeweils einem niederösterreichischen Ort in den AK-Räumen Information zum Thema Karenz und Wiedereinstieg in das Berufsleben geboten. "Viele Frauen planen nicht aus Jux und Tollerei, arbeiten zu gehen. Sie sind gezwungen, ihr Einkommen aufzubessern. Die Doppelbelastung Kind - Arbeit ist ja nicht immer lustig", meinte Josef Staudinger, AK NÖ-Präsident kürzlich vor Journalisten. Karl Fakler, stellvertretender Landesgeschäftsführer des AMS NÖ, ergänzte: "Unser Ratschlag an Frauen in der Babypause: Bleiben Sie am Ball, halten Sie Kontakt mit ihrem einstigen Arbeitgeber!"

http://www.ams.or.at/frauen http://www.ams.or.at/noe http://www.abzwien.at/abzwien/karenz_plus_works.html http://www.waff.at