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Berg-und Talfahrt an der Wiener Börse

Von Werner M. Szabo

Wirtschaft

Am österreichischen Aktienmarkt ist in der letzten Augustwoche das Kursniveau dreimal in Folge auf ein neues Jahreshoch gestiegen, trotzdem reichte es nur für ein Nullsummenspiel. Der ATX machte mehrmals einen Anlauf auf die Widerstandslinie von 1.360 Punkten, die aber nicht nachhaltig durchbrochen werden konnte. Nachdem auch zum Wochenausklang diese Marke nur angekratzt werden konnte, korrigierte der Markt.


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Erfreulich war, dass die freundliche Grundstimmung trotzdem angehalten und der ATX mit 1.350,86 Zähler die psychologisch wichtige 1.350er-Marke gehalten hat. Gegenüber dem Vorwochenschluss bedeutet dies allerdings nur ein marginales Plus von 0,07 %. Der WBI als Messgröße für den Gesamtmarkt lag mit 551,54 Punkten auch nur um 0,06 % über der Vorwoche.

In der Performance seit Jahresbeginn kann Wien spielend mit den internationalen Aktienmärkten mithalten, denn das Plus beträgt beachtliche 17,5 %. Von den wichtigen Börsenplätzen weisen nur Deutschland und Japan eine etwas bessere Performance auf. Generell scheint nach dem Monate langen Anstieg momentan die Luft schon dünn geworden zu sein.

Obwohl die internationalen Börsen in der vergangenen Woche mehr oder weniger eine Seitwärtsbewegung eingeschlagen haben, ist der Optimismus bei den Börsianern ungebrochen. Für positive Stimmung sorgten die guten Unternehmensergebnisse und die immer häufiger werdenden Anzeichen für eine Konjunkturerholung. In den Märkten glaubt man fest daran, dass die Bergfahrt weiter anhalten wird, wenngleich diese Entwicklung hin und wieder von Korrekturen unterbrochen sein wird. Ein freundlicher Wochenausklang in New York gab Hoffnung.

Auch in Wien ist die Stimmung ungebrochen gut, wofür gute Unternehmensergebnisse genauso sorgten, wie die steigende Liquidität durch Börsengänge.

Die Geschäftstätigkeit war in der letzten Augustwoche um eine Spur schwächer als im bisherigen Jahresdurchschnitt. Das schwächere Geschäft dürfte auch damit in Zusammenhang stehen, dass sich amerikanische Investoren angesichts des Feiertages am heutigen Montag (Labour Day) in Zurückhaltung übten.

Im Topsegment, dem prime market, war in der vergangenen Woche die Volatilität relativ gering. Kursanstiege zwischen drei und vier Prozent verzeichneten Wolford, Wienerberger, Palfinger, Agrana und Head. Palfinger und auch Constantia-Verpackungen konnten ihr neues Jahreshoch aber nicht halten. Freundlich präsentierten sich auch Mayr-Melnhof, Verbund, Andritz und Topcall. Wienerberger veröffentlichte ein gutes Halbjahresergebnis und wurde von der Deutschen Bank zum Kauf empfohlen, wobei das Kursziel von 17 Euro auf 20 Euro angehoben wurde.

Bei Telekom Austria, die bessere Zahlen als erwartet vorgelegt hat, ist derzeit wenig Phantasie in der Aktie, weil die ÖIAG angekündigt hat, dass bis zum 22. Jänner 2004 keine weiteren TA-Aktien verkauft werden. Außerdem war auch international der Markt für Telekomaktien sehr schwach. Größter Verlierer der Woche war Rosenbauer mit minus 6,5 %, obwohl das Unternehmen sein zweitbestes Halbjahresergebnis präsentierte. Tiefer notierten auch VA Tech (- 3,8 %), Schoeller-Bleckmann (- 2,8 %) und RHI (- 2,6 %).

Bei den im standard market zu fortlaufenden Kursen gehandelten Papieren gab es keine Kursanstiege. Tiefer notierte Lenzing (- 4,6 %), nachdem der Fasererzeuger eher einen trüben Ausblick auf das zweite Halbjahr gegeben hatte. Schwächer waren auch die Vorzüge der Wiener Städtischen mit minus 2 %.

Bei den im gleichen Marktsegment zu Einheitskursen gelisteten Papieren zogen Ottakringer Stamm (+ 39 %) auf das neue Jahreshoch von 70 Euro an.

Werner M. Szabó ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"

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