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Berg-und Talfahrt endet mit Gleichstand

Von Werner Michael Szabó

Wirtschaft

Der Wiener Aktienmarkt blieb vom Scheitern der schwarz-blauen Regierung unbeeindruckt und orientierte sich auch in der zweiten Septemberwoche vielmehr an der Entwicklung der internationalen Börsen. Würde man den Verlauf der vergangenen Woche mit einer Sportdisziplin vergleichen, dann müsste es heißen: Nach wechselhaftem Spielverlauf ein Ende mit Gleichstand.


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Parallel mit der Befestigung der Weltbörsen zog bis Mittwoch auch in Wien das Kursniveau an. Der ATX kletterte dabei bis auf knapp 1.134 Punkte, was gegenüber dem Vorwochenschluß bereits ein Plus von 2,2% gebracht hatte. Mit den schlechten Konjunkturdaten aus Übersee gingen die Kursgewinne an den europäischen Märkten und somit auch in Wien allerdings wieder gänzlich wieder verloren. Am Freitag setzte sich der Abbröckelungsprozeß weiter fort, wobei der ATX zeitweise die Marke von 1.100 Punkten unterschritten hat. Nach dem Scheitern der ÖVP/FPÖ-Regierung stellt sich nun die große Frage, welche Regierungsmannschaft die weitere Privatisierungspolitik der ÖIAG bestimmen wird.

Der Leitindex ATX schloß die Berichtswoche mit 1.108,67 Zählern nur knapp unter dem Vorwochenschluß von 1.109,49 Punkten (-0,07%). Um den gleichen Prozentsatz tiefer endete der den Gesamtmarkt umfassende WBI, der am Ende der Woche mit 461,53 Punkten errechnet wurde. Obwohl der Wiener Aktienmarkt über weite Strecken die Entwicklung der internationalen Börsen mitgemacht hat, schloß er durch ein recht ansehnliches Finish besser ab. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 ging im Vergleich dazu um mehr als 3% zurück und der deutsche DAX fiel sogar um rund 4%. Die im ViDX abgebildeten wachstums- und technologieorientierten Werte der Wiener Börse folgten mit einem Minus von 2,16% auf 649,73 Zähler auch nur teilweise den europäischen Wachstumsmärkten, die zwischen 6 und 10% nachgegeben haben.

Im prime market lag knapp mehr als die Hälfte der Aktien im Minus. Verlierer der Woche war der Computergame Publisher JoWooD mit einem Rückgang um 15,3%, wobei mit genau 5 Euro ein neues historischen Tief markiert wurde. Deutlich verloren haben auch Palfinger (-10,9%). CLC, die schon in der Vorwoche um 6,7% abgesackt waren, gaben um weitere 6% nach. Deutlich schwächer auch VA Tech (-4,5%), BWT (-4,3%) und Wienerberger (-3,9%). Letztere waren bereits auf ein Allzeittief von 13,79 Euro gesunken, konnten aber wieder über die 14-Euro-Marke ansteigen.

Aufgrund der starken Abgaben in Wienerberger spekulierte man im Markt darüber, daß eine Transaktion durch die Großaktionäre bevorstehen könnte. Bekanntlich hatten die Bank Austria Creditanstalt und die belgische Koramic Ende August angekündigt, unter die gemeinsame Mehrheit von 50% bei Wienerberger gehen zu wollen. Entgegen der allgemeinen Schwäche konnten sich vor allem die zuletzt nach unten geprügelte Wolford (+8,9%) sowie BBAG (+5,4%), AUA (+4,7%), Jenbacher (+4,2%) und Brau-Union (+3,4%) verbessern.

Bei den im standard market zu fortlaufenden Kursen gehandelten Papieren standen den festeren Bauholding Strabag (+3,5%) und Porr Stamm (+2,9%) die schwächeren bauMax (-3,2%) und Euromarketing (-2,8%) gegenüber.

Bei den im gleichen Marktsegment notierten Werten zu Einheitskursen hat sich der Kurs der Vogel & Noot Stamm nach Bekanntgabe des Kapitalschnitts zur Verlustabdeckung mit anschließender Kapitalerhöhung auf 3,60 Euro verdoppelt.

Werner M. Szabo ist Redakteur der Zeitschrift "bankundbörse"