Zum Hauptinhalt springen

Berglandmilch setzt auf den Export

Von Christina Mondolfo

Wirtschaft

Österreichs größtes milchverarbeitendes Unternehmen, die oö. Berglandmilch, sieht im Zuge der EU-Osterweiterung harte Zeiten auf sich zukommen. Im Vorjahr wurden bereits 63 Mill. t Käse nach Österreich importiert, mit der Ost-Öffnung könnten zusätzlich bis zu 5 Mrd. l Milch auf den europäischen Markt fließen, rechnete Josef Schwaiger, Generaldirektor der Berglandmilch, am Freitag in der Bilanzpressekonferenz vor.


Hinweis: Der Inhalt dieser Seite wurde vor 21 Jahren in der Wiener Zeitung veröffentlicht. Hier geht's zu unseren neuen Inhalten.

Deshalb setze man auch die Exportstrategie fort, die Exportquote soll von derzeit 35,5 auf 40% steigen. Die wichtigsten Abnehmerländer seien Deutschland, Italien und Griechenland, so Schwaiger. Im Inland beschränke man sich auf Kooperationen auf operativer Ebene. Ohne Partnerschaften werde es laut Schwaiger künftig jedoch nicht funktionieren.

Der europäische Milchmarkt sei von steigenden Produktionsmengen und sinkenden Preisen geprägt. Die Mengen seien zwar durch EU-Quoten vorgegeben, die Preise würden aber dem freien Markt unterliegen. Derzeit wird jährlich ein Milchüberschuss von rund 25 Mrd. Liter produziert. Durch Erstattungskürzungen der EU-Kommission für Exporte in Drittländer würde der grenzüberschreitende Wettbewerb massiv verschärft, was sinkende Preise zur Folge habe.

2001 konnte die Berglandmilch zwar den Umsatz mit 540,4 (539,1) Mill. Euro halten, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) fiel jedoch von 1,95 auf 1,64 Mill. Euro, der Bilanzgewinn von 1,41 auf 1,29 Mill. Euro. Finanzvorstand Hans Tremesberger führte dies auf die hohen Milchpreise zurück, die nur zu rund 80% aus dem laufenden Geschäft finanziert werden konnten. Die Milchbauern der Berglandmilch erhielten 37,5 Cent, um 17,8% mehr als 2000. Durch die Auflassung von Produktsegmenten mit negativem Deckungsbeitrag wurde die Frischmilchproduktion um 17% auf 64.000 t reduziert.