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Berlin unterstützt EU-Arbeitslose bei Jobsuche

Von Michael Schmölzer

Politik

Berlin. Die Regierung in Berlin unterstützt junge Menschen aus anderen EU-Ländern, wenn sie sich in Deutschland um einen Job bemühen. Wer als EU-Ausländer eine Stelle in einem Mangelberuf sucht oder sich ausbilden lassen will, der hat künftig gute Chancen auf finanzielle Hilde. Das von der deutschen Regierung am gestrigen Mittwoch abgesegnete Sonderprogramm richtet sich an 18 bis 35-Jährige, in besonderen Ausnahmefällen, etwa in Gesundheitsberufen, darf man auch schon 40 sein. Pro Jahr werden 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, das Projekt ist vorerst auf zwei Jahre begrenzt. Berlin agiert hier nicht ganz uneigennützig, will man doch den Facharbeitermangel, der in manchen Branchen eklatant ist, in den Griff bekommen.

Wenn sich etwa ein junger arbeitsloser Spanier über einen Sprachkurs auf einen Job in Deutschland vorbereitet, hat er künftig gute Chancen, den Kurs bezahlt zu bekommen. Wer in Deutschland nach der Einstellung noch weiter Deutsch lernen muss, wird ebenfalls gefördert. Für eine Berufsausbildung in Deutschland müssen Interessenten zunächst ein Praktikum im Ausbildungsbetrieb durchlaufen. Für Praktika und Vorstellungsgespräche gibt es Reisekostenpauschalen für die An- und Abreise. Wenn der Lohn nicht ausreicht, erhalten die jungen Erwachsenen Hilfen für den Lebensunterhalt. Auch Lernförderung begleitend zur Ausbildung wird finanziert.

Österreich gilt als Vorbild

In Deutschland sind 8 Prozent der unter 25-Jährigen arbeitslos, während in Ländern wie Spanien und Griechenland jeder Zweite keinen Job findet. In Frankreich sind es immerhin 26 Prozent, in Portugal 35. Brüssel drängt angesichts dieser Zahlen auf eine EU-weite Beschäftigungsgarantie für Jugendliche. Alle sollen entweder ein Arbeitsplatzangebot erhalten oder zumindest innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Schullaufbahn ein Praktikum garantiert bekommen. In Österreich gibt es bereits eine derartige Beschäftigungsgarantie, das heimische Modell wird in Brüssel und in Dublin - Irland übernimmt ab Jänner den Ratsvorsitz - als beispielhaft gelobt.