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Berlusconi weiter auf Stimmenjagd

Von Rainer Mayerhofer

Europaarchiv

Spekulationen über Neuauflage der Regierung. | Wien/Rom. Nur wenige Tage vor der am kommenden Dienstag angesetzten Vertrauensabstimmung über Italiens Premierminister Silvio Berlusconi blühen in Rom die Spekulationen. Da der Premier im Abgeordnetenhaus nach Presseberichten nur auf 310 von 630 Stimmen zählen kann, hält man es für möglich, dass er noch vor der Abstimmung aus taktischen Gründen zurücktritt und sich mit der Neubildung einer Regierung beauftragen lässt. Berlusconi hat allerdings bisher eine Demission immer abgelehnt.


Am Donnerstag trafen sich die Spitzenpolitiker von Berlusconis Partei PdL und jene seines Herausforderers Gianfranco Fini, um ihre Taktik vor dem Vertrauensvotum festzulegen.

Unterdessen geht die Jagd des Regierungslagers nach Stimmen munter weiter. Die Gefolgsleute Berlusconis werben nicht nur bei den Anhängern von Parlamentspräsident Gianfranco Fini um dissidente Stimmen, sondern auch bei der oppositionellen christdemokratischen UDC und sogar bei Antonio di Pietros Partei "Italien der Werte" und Abgeordneten der Demokratischen Partei (PD). Die Zeitung "la Repubblica" berichtet von lukrativen Konsulentenverträgen, die Berlusconis Partei jenen Mandataren anbiete, die bei eventuellen Neuwahlen den Einzug ins Parlament nicht mehr schaffen. PD-Chef Pier Luigi Bersani sprach in diesem Zusammenhang von offener Korruption.