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Berlusconi will Ferrari-Chef Montezemolo als Minister

Von Rainer Mayerhofer

Politik

Rom - Mit der Ankündigung, Ferrari-Chef Luca di Montezemolo und die frühere Präsidentin des staatlichen Fernsehens RAI, Letizia Moratti, in sein Regierungsteam aufnehmen zu wollen, ließ Italiens Oppositionschef Silvio Berlusconi Dienstagabend in der TV-Talkshow "Porta a Porta" (Von Tür zu Tür) im staatlichen TV-Sender RAI1 aufhorchen.


Zu Beginn der Sendung hatte Berlusconi einen "Vertrag mit den Wählern" unterzeichnet, in dem er Steuererleichterungen, Schutz vor Kriminalität, die Anhebung der Mindestpensionen, die Schaffung von 1,5 Millionen neuen Arbeitsplätzen und die Verwirklichung von mindestens 40 Prozent der für die nächsten zehn Jahre geplanten staatlichen Bauvorhaben bis zum Jahr 2006 versprach. Sollte er nicht mindestens vier dieser Versprechen erfüllen, würde er 2006 nicht wieder kandidieren.

Aufhorchen ließ der Oppositionschef dann mit den personellen Vorschlägen für sein künftiges Kabinett. Ferrari-Präsident Montezemolo sei ein guter Freund und habe seine Kompetenzen im Sport und Außenhandel gezeigt. Da es in Italien kein Sportministerium gibt, wir der Ferrari-Chef als künftiger Außenhandelsminister oder als Staatssekretär in einer Regierung Berlusconi gehandelt. Der ehemalige RAI-Chefin Letizia Moratti könnte das Telekommunikationsministerium übernehmen. Ex-Finanzminister Giulio Tremonti soll Wirtschaftsminister werden und Antonio Martino, der bereits in der ersten Regierung Berlusconi Außenminister war, soll ebenfalls wieder ins Kabinett zurückkehren. Als Innenminister wird der Chef der Berlusconi-Partei in Südtirol, Franco Frattini auf der Ministerbörde kolportiert.

Berlusconis Wahlverbündete von der Alleanza Nazionale und Lega Nord, Gianfranco Fini und Umberto Bossi werden als stellvertretende Regierungschefs gehandelt. Möglicherweise wird ihnen noch Pierferdinando Casini von der christdemokratischen Splitterpartei CCD als dritter Stellvertreter beigesellt.

Montezemolo jedenfalls meinte gegenüber den italienischen Medien, dass er erst aus dem Fernsehen von seiner möglichen Berufung in die Regierung erfahren habe. Der amtierende Verkehrsminister Pierluigi Berasani jedenfalls riet ihm, dem Ruf Berlusconis nicht zu folgen. "Mit Ferrari wird er mehr Freude erleben als mit Berlusconi", meinte Bersani in einem Interview mit der Zeitung "la Repubblica".