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"Berufsbegleitender Master? Na viel Spaß"

Von Petra Tempfer

Politik

AHS-Gewerkschafter Quin "nicht ganz so glücklich" mit der Ausbildungsreform.


"Wiener Zeitung": Die Lehrerausbildungsreform liegt nun konkret vor - sind die geplanten Änderungen im Sinne der AHS-Gewerkschaft?

Eckehard Quin: Es kommt ganz darauf an, wie die Reform im Detail ausgestaltet wird. Eine Kooperation zwischen Unis und PH stelle ich mir aber extrem schwierig vor.

Sprechen Sie damit die Doppelgleisigkeiten im Sekundarbereich an?

Eine Zusammenarbeit ist generell nicht einfach. Die PH sind nachgeordnete Dienststellen des Unterrichtsministeriums und von Autonomie meilenweit entfernt - im Gegensatz zu den Unis. Ich glaube, dass man den PH deutlich mehr Freiheit gewähren müsste.

Was sind Ihre inhaltlichen Forderungen?

Die Master-Ausbildung sollte gleichwertig sein - aber nicht gleich. Im Gymnasialbereich muss die fachwissenschaftliche Ausbildung auf universitärem Niveau unbedingt gewährleistet bleiben. Das vorliegende Konzept sagt das nicht aus, darum bin ich nicht ganz so glücklich damit.

Halten Sie den geplanten Ausbildungsweg für sinnvoll?

Ein vierjähriger Bachelor ist unüblich, dreijährig wäre besser. Danach einen berufsbegleitenden Master zu machen - na da wünsch’ ich viel Spaß. Es muss ermöglicht werden, dass Lehrer ihr Masterstudium auch abschließen können.

Zur Person: Eckehard Quin
Der gelernte Historiker ist seit 2010 Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft. Seit vielen Jahren unterrichtet er in einer AHS in Niederösterreich.