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Bescheidenheit beim Mörteln

Von István Orbán

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Der Fernseher im Folienmantel, die Hi-Fi-Anlage möglichst staub- und farbspritzerdicht verpackt - sechs Wochen Wohnungsumbau haben mich zu einem recht genügsamen Konsumenten der elektronischen Medien gemacht. Und zu einem nachdenklichen:

Je länger ich mir (unter Zuhilfenahme eines sogenannten "Badezimmerradios") nämlich nichts als bisweilen die Ö1-Nachrichten zu Gemüte führte, desto mehr wurde mir bewusst, dass mir kaum etwas abgeht vom zuvor reichlich konsumierten Angebot des ORF, zumal des Fernsehens. Woran mag das wohl liegen - an mir, an der Wohnungsrenovierung, oder an Programm und Sendeschema etwa? Da kann man schon ins Grübeln geraten. Na ja, Treffpunkt Kultur hätte ich schon manchmal gerne gesehen und auch die ZiBs hin und wieder. Aber sonst? Ich kam recht gut auch ohne aus. Viel mehr ging mir da schon Ö1 ab, und da besonders die Musik. Sie wäre schön gewesen zur Unterstützung bei und zur Entspannung nach der Arbeit, und überhaupt. Aber aus einem quäkenden Badezimmerradio . . .

Am Montag dann war die Anlage wieder enthüllt, das mit dem Hören wollte aber nicht so recht wollen. Also ging ich es sachte an: Ein erfrischendes "Konzert am Vormittag" mit der Academy of Ancient Music auf Originalinstrumenten, auf dem Programm Haydn und Mozart; herzhaft resch musiziert, mit einem auffallend butterweichen Posthorn in der gleichnamigen Serenade. Und am Abend, in "Texte - Neue Literatur aus Österreich", lustig verhuschte "Vier Hüte mit Frauen" von Birgit Schwaner.

Es war ein schöner Wiedereinstieg. Und es war genug.