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Besser ein Ende als Schrecken

Von Bernhard Baumgartner

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Sich über das Bild des ORF nach außen hin Gedanken zu machen, ist mittlerweile müßig. Denn schlechter kann es eigentlich kaum mehr werden.


Ein TV-Direktor, der wegen öffentlicher Kritik untragbar wurde. Eine völlig zerstrittene Geschäftsführung, in der zwei maßgebliche Direktionsposten (TV-Information und Technik) ein Jahr lang nicht nachbesetzt werden sollen (sondern vom Generaldirektor mitvertreten werden). Ein Kommunikationschef, der nach einwöchigem Sperrfeuer aus dem eigenen Haus den Hut nehmen muss. Und ein Aufsichtsrat, der sich flehentlich an die Regierung wendet, sie solle dem Treiben per Gesetzesänderung ein vorzeitiges Ende bereiten.

Da stellt sich auch bei freundlich gesonnener Betrachtung die Frage, ob das jetzt noch bis zur Neubestellung Ende 2011 mehr als ein Jahr lang so weitergehen kann. Man muss es deutlich sagen: Es macht den Eindruck, als sei diese Geschäftsführung nicht mehr im vollen Maß in der Lage, den ORF in eine sichere Zukunft zu steuern. Wäre es da nicht besser, die Zeit des Wahlkampfs zu verkürzen und rasch eine neue Geschäftsführung zu wählen?

Immerhin steht der ORF in einer heiklen Situation. Die finanzielle Erholung ist noch nicht sichergestellt, die Quoten alles andere als stabil und die nächste Sparrunde wird wohl kommen müssen. Da wäre eine unumstrittene Führung angezeigt.