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Besser mithalten statt untergehen

Von Christian Mayr

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Glück gehabt, Salzburg, kann man da wohl nur sagen. Nicht auszudenken, wenn der österreichische Double-Gewinner statt am Donnerstag in der Europa League gegen den Mittelständler-Klub Krasnodar tags davor in der Champions League auf eine echte kontinentale Größe getroffen wäre. Bei einer ähnlich lustlosen Vorstellung wie beim verdienten Heim-0:1 gegen die Russen hätte es wohl oder übel ein saftiges Debakel gegeben - und zwar vor aller Augen auf der großen Fußball-Bühne. Celtic (0:7 gegen Barcelona), Warschau (0:6 gegen Dortmund), Rostow (0:5 gegen Bayern), Gladbach (0:4 gegen Manchester City) und Salzburgs Play-off-Gegner Zagreb (0:3 gegen Lyon) können ein Lied davon singen. Nie zuvor in der Historie der Königsklasse gab es zum Auftakt eine derartige Fülle an Schützenfesten, nie zuvor war das Auseinanderdriften zwischen den Top-Klubs, der erweiterten Elite und den Qualifikanten derart eklatant wie heuer. Für die österreichischen Vertreter bedeutet das zuallererst, dass sie in der Europa League eigentlich recht gut aufgehoben sind und dass drei Klubs in der Gruppenphase eine wirklich starke Leistung ist. Der oft als Verlierer-Pokal titulierte Bewerb kann erklecklich Einnahmen bringen, die Fans begeistern (siehe Rapid im Vorjahr, siehe Rapid beim 3:2 über Genk) und - am wichtigsten - den Anschein wahren, man könnte auch mit Top-Nationen mithalten. Das kann bei den bevorstehenden Duellen der drei Vertreter mit AS Roma, Schalke und Bilbao durchaus geschehen - und zwar auch deshalb, weil die Gruppenphase von den Leider-nein-Champions-League-Teilnehmern noch nicht richtig ernst genommen wird. Geht es in dem Endlos-Bewerb im Frühjahr um den Pokal, ist es mit dem Mithalten-Können aber schnell vorbei. Und von einem Finale darf in Österreich sowieso niemand mehr träumen.