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Betriebe berauben sich der Erfahrung

Von Petra Medek

Wirtschaft

Mit den Älteren scheidet auch Wissen aus Unternehmen. | Wien. Unternehmen, die sich in großem Stil von ältere Mitarbeitern trennen, berauben sich damit wertvoller Erfahrung - und das kommt letztlich teuer, ist Elisabeth Heller überzeugt.


Die Unternehmensberaterin beurteilt die Tendenzen in der Personalpolitik kritisch. Wo ein älterer, erfahrender Mitarbeiter ausscheidet, müssten eineinhalb bis zwei neue Kräfte eingesetzt werden, um seine Lücke zu füllen, berichtet sie. "Außerdem nehmen die Älteren Wissen mit, das in keiner Prozessbeschreibung steht", sagt Heller im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Viele Manager hätten aufgehört, ihre ethische Grundeinstellung zu überdenken. Ein Golden Handshake für einige vermeintlich teure Mitarbeiter, die jüngeren, flexibleren und - nicht zuletzt - billigeren Kräften Platz machen sollten, sei ein Schnellschuss in die falsche Richtung. "Die teilweise hohen Abfertigungen für ältere Arbeitnehmer sind für mich eine moderne Form der Ablasskrämerei".

Ausgewogenheit der Generationen

Unternehmen müssten die Ausgewogenheit zwischen der Erfahrung der Älteren und Dynamik der Jüngeren finden. Wer Kunden aller Altersgruppen abdecken will, sollte diese Altersstruktur auch in der Belegschaft widerspiegeln, meint die Beraterin.

Statt Betriebe zu strafen, die sich von über 50-Jährigen trennen, sollte man jene belohnen, die Mitarbeiter dieser Altersgruppe behalten und somit das Senioritätsprinzip leben, regt Heller Förderungen an.