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"Betriebe brauchen Luft zum Atmen"

Von Erika Bettstein

Wirtschaft

Hervorragende Exporterfolge österreichischer Unternehmen wurden am Dienstagabend in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) von Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner und WKÖ-Präsident Leopold | Maderthaner mit dem "Österreichischen Exportpreis 1998" ausgezeichnet.


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Aus insgesamt 130 Einreichungen wurden von der Fachjury, der neben Farnleitner und Maderthaner Casino-General Leo Wallner, Wifo-Chef Helmut Kramer, Univ.Prof. Reinhard Moser, WKÖ-Vize Elisabeth

Gürtler und Wirtschaftsjournalist Georg Wailand angehören, insgesamt neun heimische Firmen preisgekrönt.

Sieger aus dem Bereich Industrie wurden die Trodat Werke Walter Just GmbH & Co KG aus Wels, die bei 685 Mill. Schilling Jahresumsatz auf eine Exportquote von 95% verweisen können und als Europas

größter Stempelwarenhersteller gelten. Platz zwei fiel auf die Huyck Austria GmbH in Gloggnitz, Österreich-Tochter der British Tire & Rubber (BTR), die 90% der Produktion an Industrie-Textilien in 30

Länder der Welt exportiert, gefolgt von der Datentechnik AG aus Neufeld/Leitha, die mit Datennetzprodukten und -systemen 67% Exportanteil erzielt.

Aus der Sektion Handel wurde Heidelinde Warlamis aus Schrems aufs Siegerpodest gekürt, die mit Porzellan- und Wohndesignprodukten der Linie "Vienna Collection" rund 75% Exportquote erreicht, gefolgt

von der Hagleitner Hygiene International GmbH aus Zell/See auf Platz zwei (70% Marktanteil in Österreich, Exporte in 42 Länder) und der drittgereihten Amaco Ing. Vonach GmbH aus Dornbirn, die als

Systemanbieter für die Kennzeichnung von Produkten und Verpackungen 94% Exportquote erzielt.

Sieger aus dem Bereich Gewerbe wurde die Frequentis Nachrichtentechnik GmbH aus Wien mit 90% Exportquote und der weltweiten Technologieführerschaft in der Flugsicherung. Der satte Exporterfolg mit

Speck (Umsatz: 800 Mill. Schilling, 23% Export) brachte der Handl Tyrol GmbH aus Pians Platz zwei, gefolgt von der Wilhelm Hämmerle Destillerie Freihof Ges.m.b.H. & Co KG aus Lustenau, die mit

Qualitätsobstbränden und Likören 142 Umsatzmillionen und 20% Exportanteil erzielt.

Einig waren sich alle Preisträger über ihre Erfolgsfaktoren: qualifizierte Mitarbeiter, professionelles Management und Technologie. Die Innovationsfähigkeit der heimischen Betriebe sei der

Erfolgsgarant in der Exportwirtschaft, betonte Maderthaner. Die Betriebe bräuchten aber "mehr Luft zum Atmen" im Dickicht "wirtschaftshemmender Gesetze und überbordender Verwaltung".

"Es is a Wunder", meinte Farnleitner zur internationalen Leistungsfähigkeit der heimischen Unternehmen, gleichzeitig sieht der Wirtschaftsminister mit dem Euro gewaltige Erleichterungen für

Exporteure am Horizont.