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Betthupferl für Erwachsene!

Von Reinhold Aumaier

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"Sandmann, lieber Sandmann, es ist wieder soweit . . . Kinder, liebe Kinder, es hat mir Spaß gemacht." So beginnen Eingangs- und Schlusslied des "Sandmännchens" um 18.55 Uhr im Kinderkanal. Wir erleben knapp fünf Minuten, die angenehm ins Ohr und harmlos ins Auge gehen. Das ist heutzutage schon sehr viel. Dass Kinder nach für die Erwachsenen bestimmten Programmen gieren, liegt in der Natur des Aufwach(s)ens. Es bringt sie weiter, haut sie, einheimisch formuliert, fiare - und manchmal auch zu früh auf die Nase. Und umgekehrt? Kann man in Zeiten, die reich an Partei- und Naturkatastrophen sind, gar nicht genug kriegen von mehr oder weniger moralisch angehauchten, liebevoll gemachten Sendungen fürs kindliche Gemüt. Selbiges holt uns ja mit zunehmendem Alter in (hoffentlich) gereifter Form wieder ein. Kurzum: Die "3 kleinen Spürnasen" und derlei liebenswerte Gestalten sind ja recht süß. Trotzdem wäre ein Betthupferl für Erwachsene höchst an der Zeit. Nach der "ZiB 2" vielleicht. Erste Ideen, was Inhalte und Form betrifft? Bitte sehr: Cornelia Vospernik liest mit erotisch angehauchter Stimme Lyrik von Brecht, Fried & Co. Elisabeth Engstler singt das eine oder andre Kärntner Schlummerlied. Andrea Schurian und Clarissa Stadler plaudern aus dem Alltags-Nähkästchen zweier intelligenter, gern gesehener und gehörter Frauen. Und . . . Sepp Forcher liest saftige G'schichterln aus dem Bauernkalender oder Gerald Gross schmökert sich mit seinem burgenländischen Landsmann Fred Sinowatz durch dessen erlesene Bibliothek. Für ausgefallene Geschmäcker: Richard Lugner liest Nestroy-Sprüch', Dagmar Koller schweigt mit vorgehaltenem Zeigefinger über ihr Leben mit Helmut Zilk.