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Bevor die SPÖ Faymann aufgibt, gibt sie sich lieber selber auf

Von Gerhard Männl

Leserforum

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Wenn sich in der SPÖ in den nächsten Wochen, spätestens nach der Wahl des Bundespräsidenten, nichts tut, könnte ihr das Schicksal Ihrer Schwesternpartei PASOK blühen:


1981 bekam PASOK mit mehr als 2,7 Mio Stimmen 48 %, 2009 mit fast 3 Mio Stimmen 44 %. Im Jänner 2015 bekam sie 5 % und für die letzte Wahl im September 2015 musste sie bereits ein Wahlbündnis eingehen, um wenigstens noch 6 % der Stimmen zu erhalten.


Im nationalen Parlament hält sie 17 von 300 Sitzen und im Europa-Parlament 2 von 21.


Die SPÖ lebt nur noch dank der Schwäche der Grünen, die selbst auch nicht von der Stelle kommen. Ein linker Querkopf wie Tsipras könnte die SPÖ in ihrer derzeitigen Besetzung bereits 2018 marginalisieren.


Man muss nur nach den An-, Ab- und Aussichten so mancher (für die meisten unbekannten) Europa-Abgeordneten der SPÖ googeln und die Ergebnisse mit den tatsächlichen Entwicklungen vergleichen, um zu sehen, was in der SPÖ schief läuft.


Negativauslese und persönlicher Machterhalt haben a la longue keinen Bestand.


Auch wenn es viele freuen wird, wenn der Faymann-SPÖ die Rechnung präsentiert wird, wäre das Ende einer staatstragenden Linkspartei schade. Denn gerade in Zeiten wie diesen bräuchte Österreich eine funktionierende Linkspartei; aber keine Sesselkleber, die die Reise nach Rom andersrum spielen: es gibt nicht einen Sessel weniger als Spieler, sondern es für jeden Spieler einen zusätzlichen Sessel.