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Beziehungen in Agonie

Von István Orbán

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"Es gibt eine Art Stillhalteabkommen in Beziehungen, deren Zeit eigentlich schon abgelaufen ist." Das Schwierige nämlich ist: "Wie lernt man, sich zu trennen?" "Man gesteht es sich am Anfang nicht

ein", aber schließlich "muss man einpacken und sagen: O. K., jetzt alles wieder von vorne." "Ich gehe, sagt man am Montag, und am Dienstag kann man sich nur vorstellen, zu bleiben; bis man

draufkommt, dass das nicht gesund ist." Bis dahin "hat man nach dem Motto ,das wird sich schon irgendwie einspielen` oder ,wir nehmen nicht ernst, was lost ist` die Entscheidung erfolgreich vor sich

hergeschoben". Denn "man gefällt sich auch in der Rolle, dass ohne einem selbst nichts geht".

"Das Schwierige ist das Loslassen von etwas, von dem man glaubt, es gehört einem und man hat ein Anrecht darauf. Es ist schwer zu erkennen, dass wenn man loslässt, der Gewinn ungleich größer ist, als

wenn man versucht, es festzuhalten." "Trennung bedeutet Abschied zu nehmen von einem Traum, und man möchte sich das oft nicht eingestehen". Es ist nämlich so, dass "jede Veränderung Angst macht",

deshalb wählt man "lieber das bekannte Unglück als das unbekannte Glück". Aber "Trennung ist eine Grunderfahrung des Lebens" und "ein Leben ohne Trennung ist Rückschritt". Das sind keine gesammelten

Gedanken zur aktuellen politischen Lage, sondern Zitate aus "Moment · Leben heute" in Ö 1 am Montag über "Beziehungen in Agonie. Gespräche über Abschied und Ambivalenz in Beziehungen". Obwohl . . .